Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 07.12.2018


Osttirol

Ausbau gefordert: Schlagabtausch um Dölsacher Spielplatz

In der Gemeindeversammlung sorgte ein Spielplatz für Diskussionen zwischen der Gemeindeführung und dem Katholischen Familienverband.

© Daniela AguJosef Mair
 (Dölsacher Bürgermeister).



Von Daniela Agu

Dölsach – Die Gemeindeversammlung in Dölsach brachte eine positive Bilanz. Bürgermeister Josef Mair lobte die beispielhafte Zusammenarbeit im Zuge der Beseitigung der Sturmschäden, vor allem die Freiwilligkeit, die zum Tragen gekommen sei.

Aufregung gab es allerdings, als der Obmann des Katholischen Familienverbandes, Christian Pichler, das Wort ergriff. Seiner Initiative sei es zu verdanken, dass der Regen­bogenspielplatz „Die Arche“ im Zentrum des Dorfes bestehe, sagt Pichler. Dort wurde 2009 eine Zeitkapsel versenkt, die in 50 Jahren wieder geöffnet werden soll.

„Der Spielplatz ist ein Projekt für Kinder“, meint der Verbandsobmann. „Doch anstatt ihn auszubauen, wurde dort ein Postbus-Wartehäuschen errichtet.“ Er forderte, dieses wieder zu entfernen und stattdessen den Spielplatz zu vergrößern und auszubauen. Dazu habe er einen entsprechenden Antrag im Gemeinderat gestellt, erklärt Pichler. Und Landesrätin Beat­e Palfrader habe Fördergelder zugesagt. Bürgermeister Mair kontert: „Ich bin zwar Mitglied im Katholischen Familienverband, doch in solche Verhandlungen wurde ich nie eingebunden. Das Land zahlt nur, wenn auch die Gemeinde zahlt, und zwar mindestens die Hälfte.“ Was Dölsac­h mit seinem Geld mache, beschließe der Gemeinderat. „Das lassen wir uns nicht vom Familienverband vorschreiben“, sagt Mair.

Pichler beteuert wiederum, es sei ihm nach einer Begehung am 7. März 2018 zugesichert worden, dass der Gemeinderat eine Erweiterung des Spielplatzes beraten werde. Bisher könne er noch keine konkreten Schritt­e erkennen. Mair erklärte, es werde 2018 dazu keine Entscheidung mehr geben, und Spielplatz-Projekte seien sehr umfangreich. „Das bewegt sich zwischen 50.000 und 60.000 Euro in der Umsetzung. Es ist undenkbar, alles zu verwirklichen.“

Auch das Thema Straßennamen kam in der Gemeinde­ersammlung zur Sprache. Die gibt es in Dölsach nämlich bisher nicht. Eine Bürgerin befürchte, ihre Post nicht zu bekommen, und wolle auf dem Laufenden gehalten werden. Der Bürgermeister verwies auf die Gemeindehomepage, die stets die neuesten Informationen enthalte. „Die Umstellung auf neue Adressen wird sicher bis Ende 2019 oder Anfang 2020 dauern. Wir wollen Nägel mit Köpfen machen“, erklärt Mair.