Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 19.12.2018


Bezirk Schwaz

Nicht Wiesing: Ärztekammer ist ebenfalls für anderen Reha-Standort

Die Vertreter der Ärztekammer für Tirol sprechen sich aber aufgrund der schweren gesundheitlichen Bedenken dezidiert gegen den geplanten Standort aus.

Laut BM Alois Aschberger wird die Gemeinde jetzt mehrere Alternativgrundstücke vom Land raumordnerisch beurteilen lassen.

© DählingLaut BM Alois Aschberger wird die Gemeinde jetzt mehrere Alternativgrundstücke vom Land raumordnerisch beurteilen lassen.



Wiesing – Auch die Tiroler Ärztekammer spricht sich klar gegen die Errichtung einer Kinder-Reha in unmittelbarer Autobahnnähe aus. Wie berichtet, ist dies in Wiesing geplant – auf einer Grundparzelle, die dem Wiesinger Bürgermeister gehört.

„Es besteht kein Zweifel an der Notwendigkeit eines Rehabilitationszentrums für Kinder und Jugendliche im Westen Österreichs“, heißt es in einem Schreiben von Ärztekammer-Präsident Artur Wechselberger an das Transitforum. „Die Vertreter der Ärztekammer für Tirol sprechen sich aber aufgrund der schweren gesundheitlichen Bedenken dezidiert gegen den geplanten Standort aus“, heißt es weiter. Der Genesungserfolg würde an den ungesunden Umweltbedingungen scheitern, so die Ärztekammer. Transitforum-Obmann Fritz Gurgiser hat den Brief an den Wiesinger Gemeinderat weitergeleitet. Laut ihm besteht dringender Handlungsbedarf, da eine Reihe von Gemeinden bereits Grundstücke angeboten haben. „Wir sprechen uns weiterhin für Wiesing aus. Die Gemeinde muss jetzt rasch ein passenderes Grundstück anbieten“, sagt Gurgiser. „Je länger sie wartet, umso mehr entsteht der Eindruck, dass es letztlich nicht um die Kinder, sondern um andere Interessen geht“, kritisiert er.

In der Wiesinger Gemeindezeitung schreibt BM Alois Aschberger von „einem unrühmlichen Werdegang“ bei der Umsetzung der Kinder-Reha. Ausgehend von „Personen aus unserer Gemeinde wurde Wiesing in einem Licht dargestellt, das sich der Standort Wiesing nicht verdient hat“. Aschberger schreibt von einem „Schaden für die Gemeinde“. Gurgiser ortet eine Täter-Opfer-Umkehr und erklärt: „Jeder von der SeneCura über dem Hauptverband bis zum Land wäre froh, wenn das Thema vom Tisch wäre. Es liegt am Bürgermeister, aus der Sache anständig herauszukommen und tätig zu werden.“

Was Gurgiser mache, sei eine „Hetzjagd“, kontert BM Aschberger: „Er treibt alle vor sich her. Dabei sind wir im Hintergrund schon lange tätig.“ Morgen beraten Gemeindevorstand und Bauausschuss über angebotene Freilandgrundstücke in Wiesing. Man werde die SeneCura einbinden und die Raumordnungsabteilung um eine Stellungnahme zu den Arealen bitten. „Auf Basis dieser werden wir Mitte Jänner im Gemeinderat dann über die Widmung abstimmen“, sagt Aschberger und betont erneut: „Mir ist das Wichtigste, dass die Kinder-Reha in Wiesing bleibt.“ (ad)