Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 20.12.2018


Osttirol

Bauen als Weg aus der Kostenspirale



Im Herbst hat der Gemeinderat von Nußdorf-Debant den Ankauf eines 13.000 Quadratmeter großen Grundstücks beschlossen, derzeit laufen dazu die Formalitäten. Schon im nächsten Jahr soll die gewidmete Fläche im Gewerbegebiet zwischen einem Karosseriebetrieb und einem Getränkegroßhandel, in passende Teile parzelliert, gewinnbringend wieder veräußert werden. Es gebe bereits Interessenten, berichtete Bürgermeister Andreas Pfurner in der letzten Gemeinderatssitzung des laufenden Jahres, ohne weitere Details oder Namen nennen zu wollen.

„Wir haben seit Jahren, wie alle anderen Gemeinden auch, mit massiven Kostensteigerungen zu kämpfen", führte der Bürgermeister aus. Der Budgetvoranschlag für 2019 weise erneut deutliche Steigerungen aus.

Die Transferzahlungen an das Land würden alles auffressen, was umgekehrt an Ertragsanteilen hereinkomme, beklagte Pfurner und untermauerte dies mit Zahlen: Vom Sollstand 2013 bis zum Voranschlag 2019 sind diese Anweisungen um knapp 40 Prozent gestiegen. Die größten Brocken entfallen auf Ausgaben im Sozial- und Gesundheitswesen. Allein vom Voranschlag 2018 auf 2019 verzeichnet man eine Transfersteigerung von 220.000 Euro. Der Beitrag zum Tiroler Gesundheitsfonds hat sich in den sechs Jahren von 410.000 auf 542.000 Euro erhöht.

Man stehe noch besser da als so manch andere Gemeinde, erklärte Pfurner. Zu verdanken habe man dies der regen Bautätigkeit der vergangenen Jahre. „Nur so können wir uns noch selber helfen", sagte der Bürgermeister. Die Gemeindeeinnahmen aus Kommunalsteuern, Erschließungskosten und Anschlussgebühren sicherten den letzten Handlungsspielraum. „Wir müssen Betriebe ansiedeln, schauen, dass wir neue Arbeitsplätze bekommen, und brauchen jede Bautätigkeit", mahnte der Gemeindechef. Das Budget der Marktgemeinde beträgt laut Voranschlag im ordentlichen Haushalt 7,7 Mio. Euro, im außerordentlichen 1,3 Mio. Für 2018 wird ein Budgetüberschuss von 230.000 Euro prognostiziert. Der Verschuldungsgrad sinkt leicht auf 44 Prozent. „Wir halten die letzten Jahre stabil zwischen 40 und 50 Prozent", berichtete Pfurner. Das Budget wurde einstimmig genehmigt. (bcp)