Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 08.01.2019


Bezirk Landeck

ÖVP-Fraktion verteidigt Landecker Parktarife

Vizebürgermeister Hittler (ÖVP) verweist auf noch höhere Preise in Lienz. SPÖ-Fraktionsobmann Jenewein plädiert für Nachjustierungen.

Der Parkstreifen entlang der Landecker Pontlatz-Kaserne bietet seit Einführung der Parkraumbewirtschaftung mehr Stellflächen.

© WenzelDer Parkstreifen entlang der Landecker Pontlatz-Kaserne bietet seit Einführung der Parkraumbewirtschaftung mehr Stellflächen.



Von Helmut Wenzel

Landeck – Randvolle öffentliche Parkplätze sind andauerndes Ärgernis in der Bezirksstadt. Vor diesem Hintergrund trat voriges Jahr die Parkraumbewirtschaftung der Stadtgemeinde in Kraft. Für die Einheimischen gibt es die Anwohnerparkkarte, die zunächst 11 und inzwischen 14 Euro monatlich (168 Euro jährlich) kostet. Dazu kommen einmalig 60 Euro Verwaltungsabgabe sowie 14,30 Euro und Eingabegebühr – die TT berichtete.

Die SPÖ-Gemeinderatsfraktion mit Obmann GR Manfred Jenewein hatte den Tarifsprung auf 14 Euro wiederholt kritisiert, sie spricht sich für „eine moderate Erhöhung auf 12 Euro“ aus.

VBM Thomas Hittler sieht sich veranlasst, die Landecker Anwohnerparkkarte zu verteidigen. Im Vergleich mit der Stadt Lienz zeigt er auf: „Dort zahlen die Betroffenen 225 Euro jährlich für die Anwohnerparkkarte.“ Zudem gebe es in Lienz Anrainerparkkarten (Anm.: für Pendler oder Kunden) zum Preis von 450 Euro. „Aus diesen Fakten lässt sich entnehmen, dass in der SPÖ-regierten Stadt Lienz wesentlich höhere Parkgebühren zur Anwendung kommen als in Landeck“, resümiert der Vizebürgermeister. „Die Forderung der Landecker SPÖ hat somit rein populistischen Hintergrund.“ Man verwehre sich nicht gegen sachliche Kritik, so Hittler. „Aber nur zu kritisieren und selbst nichts anzupacken ist für eine Opposition wie die Landecker SPÖ einfach zu wenig.“

Grundsätzlich halte er die Parkraumbewirtschaftung für richtig, sagte Jenewein am Montag. „Aber mit den 14 Euro monatlich für die Anwohnerparkkarte hat man über das Ziel hinausgeschossen. Dazu kommen ja noch die Einmalgebühren.“ Auch die Kontrollen am Wochenende und in den Nachtstunden seien übertrieben. „Es ist ja auch schon vorgekommen, dass Musikanten der Musikkapelle abends beim Probelokal geparkt haben und sich dann über einen Strafzettel ärgern mussten.“ Vor diesem Hintergrund plädiere er, dass die Parkraumbewirtschaftung nachjustiert bzw. entschärft wird. Trotz gebührenpflichtiger Zonen in der ganzen Stadt habe sich an einigen Orten nichts geändert. Etwa bei der Gebietskrankenkasse und beim Ärztehaus, wo es weiterhin Engpässe gebe.