Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 08.01.2019


Bezirk Reutte

Streit um Kurtaxe: Namloser Dorfchef verlässt TVB

Nachwehen der Erhöhung der Aufenthaltsabgabe auf drei Euro.

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© Adriana Wacker



Namlos – BM Walter Zobl war Montag Früh unterwegs, um die Lawinensituation in seiner flächenmäßig gar nicht so kleinen Gemeinde (29 km², 72 Einwohner) zu beurteilen, als ihn der Anruf der TT erreichte. Das Gemeindeoberhaupt machte dann auch keinen Hehl daraus, dass er dem TVB Tiroler Zugspitz Arena mitgeteilt habe, dass er aus dem Vorstand, in den je ein Vertreter eines Ortes aufgenommen ist, ausscheiden werde. Der Grund: die beschlossene Erhöhung der Kurtaxe von zwei auf drei Euro. „Ich habe vollstes Verständnis für die Investitionen, die damit in der Zugspitz Arena finanziert werden können. Aber für uns macht das alles keinen Sinn. Wir sind zum Beispiel viel zu weit weg von einem Bad in Ehrwald.“ Gesetzlich sei es möglich, eine Gemeinde abzustufen, aber die TVB-Führung wolle davon nichts hören. Zobl – er selbst hat keine touristischen Anknüpfungspunkte und fungiert freiwillig als TVB-Vertreter – erklärt, dass man keinem Gast in Namlos erklären könne, wieso er zusätzlich zum Zimmerpreis noch drei Euro Kurtaxe zu bezahlen habe und die Gegenleistung dafür erst nach über 30 Minuten Fahrstrecke einzulösen sei. Im abgeschiedenen Gemeindegebiet von Namlos mit dem Weiler Kelmen gibt es drei Gasthäuser und fünf Zimmervermieter.

BM Walter Zobl hat die Demission noch nicht schriftlich eingereicht, aber mündlich erklärt. Noch offen ist, wer ihn in Namlos beim TVB Tiroler Zugspitz Arena künftig vertreten könnte. (hm)




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