Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 25.01.2019


Bezirk Landeck

Große Bauprojekte entlang der Reschenstraße auf dem Prüfstand

Es wird geprüft, ob Schlossgalerie und Prutzer Unterführung gleichzeitig gebaut werden können. Letztere wird teurer als geplant.

Rund ein Kubikmeter Gestein donnerte auf die Straße.

© Feuerwehr LandeckRund ein Kubikmeter Gestein donnerte auf die Straße.



Von Matthias Reichle

Prutz, Landeck – Innerhalb von 13 Kilometern sollen an der Reschenstraße und der Landecker Straße zwei Großprojekte abgewickelt werden: In Prutz plant das Land seit mehreren Jahren eine Unterführung, um den Kreuzungsbereich zu entflechten. Zwischen Landeck und Fließ wurde nach den massiven Felsstürzen auch der Bau der neuen Schlossgalerie angekündigt. Bei beiden Projekten sprach man zuletzt von einem Baustart 2020. Aber geht sich das aus?

Man sei in Abstimmung, wie die Baustellen zeitlich umgesetzt werden können, erklärt Robert Zach von der Abteilung Straße beim Land auf Anfrage der TT. Die Entscheidung, ob die Projekte gleichzeitig bzw. das eine früher, das andere später gestartet werden, dürfte einerseits von der Finanzierung abhängen, aber auch von der Sinnhaftigkeit, zwei große Projekte auf einer Route abzuwickeln.

Eines sei allerdings bei der Reihung sicher: „Die Verkehrssicherheit geht klar vor der Verkehrsleistungsfähigkeit“, so Zach. Somit hätte die Schlossgalerie bei Landeck die Nase vorn. Geht es in Prutz ja vornehmlich darum, die Staus an der Kreuzung zu verhindern und den Durchfluss zu erhöhen. „Mit einem der beiden Projekte werden wir sicher im nächsten Jahr beginnen.“ Bei der Schlossgalerie ist man derzeit dabei, die letzten Planungen vorzunehmen.

Keine guten Nachrichten hat man unterdes für die Unterführung. Bei Bodenuntersuchungen im Rahmen der Vorbereitung für die Wasserrechtsverhandlung wurde festgestellt, dass der Untergrund sehr viel schlechter ist als vermutet. Bei den Bohrungen stieß man auf sehr lockeres Material. „Der Innschotter lässt eine Spundung nicht zu“, so Zach.

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Das gesamte Bauwerk müsse mit Bohrpfählen umgesetzt werden. Das sei wesentlich teurer als ursprünglich geplant. Vor wenigen Jahren ging man noch von Kosten um 15 Mio. Euro aus. Wie viel das Projekt nun kosten wird, könne man noch nicht sagen: „Es werden jetzt nicht einige 100.000 Euro mehr, es werden einige Millionen Euro mehr. Der Boden ist sehr teuer zu bearbeiten.“