Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 31.01.2019


Bezirk Schwaz

Skigebiet „Zillertal Arena“: Bauern sind gegen Trassenverlegung

Die Anbindung des Skigebietes „Zillertal Arena“ an die Zillertalbahn könnte an den Grundeigentümern scheitern. Sie wollen ihren Grund nicht hergeben. ZVB-Aufsichtsratschef Franz Hörl setzt auf Gespräche.

Breite Front gegen die Trassenverlegung der Zillertalbahn in Aschau und Zell. Die Bauern wollen ihren Grund dafür nicht hergeben.

© DählingBreite Front gegen die Trassenverlegung der Zillertalbahn in Aschau und Zell. Die Bauern wollen ihren Grund dafür nicht hergeben.



Von Angela Dähling

Aschau, Zell – „Wir lassen uns nicht gegeneinander ausspielen und über den Tisch ziehen“ – das ist der einhellige Tenor von sieben bäuerlichen Grundbesitzern aus Aschau und Zell, die sich gestern auf einem Hof in Aschau-Erlach zusammengesetzt haben. Sie hatten in der TT den Artikel über die Zillertalbahn-Pläne gelesen, wonach laut ZVB-GF Helmut Schreiner mit fast allen betroffenen Grundeigentümern bezüglich der Bahntrassenverlegung zur Karspitz-Bergbahn („Zillertal Arena“) gesprochen worden sei. Und laut Schreiner seien diese für die Gleisverlegung.

„Wir sind nicht gefragt worden. Und wir sind dagegen“, stellt nun Friedrich Klocker aus Aschau klar. Thomas Haas und Anne-Maria Moser (Tochter des betroffenen Bauern Friedrich Emberger) ergänzen: „Vor anderthalb Jahren wurde mit uns erstmalig und letztmalig kurz geredet.“ Zusammen mit Hansjörg Eberharter, Johann Rahm und den beiden Zeller Bauern Markus Wildauer und Josef Kirchler erklären sie: „Wir treten gemeinsam gegen die Trassenverlegungspläne auf.“

Geht es nach den Bauern, soll die Trasse bleiben, wo sie ist. Oder zumindest auf Rohrberger Seite am Ziller entlangführen, nicht auf Aschauer. „Die Rohrberger profitieren davon und der Grund dort gehört dem Bund“, erklärt Moser. „Die Nutznießer sind vor allem die Skigebietsbetreiber. Die sollten zahlen“, ergänzt Haas. Zudem sei das Areal auf Aschauer Seite mit dem Radweg ein Naherholungsgebiet, durch das dann die Bahn mit 80 km/h rasen würde.

Wie berichtet, wollen die Zillertaler Verkehrsbetriebe (ZVB) Tauschgründe anbieten – darunter jene, auf dem derzeit die Gleise liegen. „Die sind weniger ertragreich“, meint Thomas Haas. Angeblich hätte am Dienstag der Aschauer Gemeinderat einen positiven Grundsatzbeschluss zur Trassenverlegung fällen sollen, weiß einer der Bauern. „Und dann wäre die Kuh im Stall, also über uns drübergefahren worden“, sagt Klocker. Weil der Bürgermeister krank war, sei die Sitzung vertagt worden. Die Bauern wollen nun gemeinsam in einem Schreiben an die Gemeinde deutlich machen, dass sie gegen die Trassenverlegung sind. Franz Hörl, Geschäftsführer der Gerloser Bergbahnen im Skigebiet „Zillertal Arena“ und Aufsichtsratsvorsitzender der Zillertalbahn, meldete sich umgehend bei der TT. „Mit allen betroffenen Grundeigentümern wird es Gespräche geben, wenn diskussionsfähige Detailpläne vorliegen“, betont er. Das sei auf Aschauer Seite erst seit Kurzem der Fall und habe leider länger gedauert. In Zell benötige man noch ein paar Wochen. „Solange ich verantwortlich bin, wird mit Grundeigentümern verhandelt und nicht über sie“, bekräftigt er. Es sei Tauschgrund angekauft worden und die Gründe, auf denen jetzt die Gleise in Aschau liegen, seien durchaus wertvoll, weil sie durch Wohngebiet verlaufen. „Die Anbindung des Skigebietes wäre ein Gusto-Stückerl. Kommt sie nicht, wird die Modernisierung trotzdem passieren. Dann muss auf der jetzigen Strecke eine zusätzliche Brücke in Zell gebaut werden“, sagt Hörl. Noch steht die Finanzierung durch Bund und Land für die Umrüstung auf Wasserstoff nicht. Der Bund wolle sicher sein, dass der Wasserstoffantrieb nicht teurer als die Elektrifizierung ist. Das hätten die ZVB inzwischen mit Zahlen aber belegt.