Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 31.01.2019


Innsbruck

Neue Tram in Innsbruck ist auf der Suche nach dem Taktgefühl

Viele Fahrgäste sind verärgert: Der Start der neuen Tramlinien in Innsbruck verlief alles andere als reibungslos. Die FPÖ fordert politische Konsequenzen für Bürgermeister Willi.

Bei den neuen Straßenbahnlinien wird weiter am richtigen Takt und passenden Ampelschaltungen gearbeitet.

© Vanessa Rachlé / TTBei den neuen Straßenbahnlinien wird weiter am richtigen Takt und passenden Ampelschaltungen gearbeitet.



Innsbruck – Es sind insgesamt fünf Kreuzungen, die der Stadt und den Innsbrucker Verkehrsbetrieben rund um die neuen Straßenbahnlinien zuletzt Kopfzerbrechen bereitet haben. Auch gestern ging die Suche nach dem Taktgefühl für die Öffis weiter. Zwar war die Lage gestern noch lange nicht bereinigt. Die Beschwerden seien aber wohl weniger geworden.

Drei Kreuzungen im O-Dorf, jene am Leipziger Platz und die Unikreuzung wurden mittlerweile als Hauptverursacher der Probleme ausgemacht. An den Ampelschaltungen wird gearbeitet. Es soll vollen Vorrang für die Tram geben. So etwas geht wohl auf Kosten der Grünphasen für Pkw.

Es reiche schon eine kleine Behinderung auf der Strecke, dass plötzlich mehrere Fahrzeuge hintereinander stocken – und nur die erste Tram hat in so einem Fall „die grüne Welle“.

Zuversichtlich ist man, dass sich die Lage in den kommenden Tagen einpendeln werde – dann soll die Tram bei stabilem Takt auch pünktlich unterwegs sein.

Zur Kritik vieler Fahrgäste in den vergangenen Tagen mischt sich auch die Forderung nach politischen Konsequenzen. Die FPÖ forderte gestern auch BM Georg Willi auf, „sich nicht länger aus der Verantwortung“ zu ziehen. Als „untragbar für die Bevölkerung“ bezeichnete Stadtrat Rudi Federspiel das „seit Tagen anhaltende Verkehrschaos aufgrund der neuen Trassenführung“. Und weiter: „Was nun passiert ist, ist hausgemacht. Die Bevölkerung wurde getäuscht, sowohl was die Finanzen als auch was die Qualität der neuen Linien betrifft.“ (mw)