Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom So, 03.02.2019


Landespolitik

100 Millionen für Lärmschutz von Bund und Asfinag gefordert

Schwarz-Grün verschärft den Kurs in Sachen Lärmschutz und schickt ein Forderungspaket nach Wien. Gemeinden sollen finanziell entlastet werden.

Das Land will die Asfinag dazu drängen, mehr in den Lärmschutz in Tirol zu investieren.

© ZOOM.TIROLDas Land will die Asfinag dazu drängen, mehr in den Lärmschutz in Tirol zu investieren.



Innsbruck – Transitforumchef Fritz Gurgiser hat seine „enkeltaugliche Lärmschutzoffensive“ bereits gezündet. Die Lärmschwellenwerte seien zu hoch, die Umsetzung entlastender Maßnahmen zu langsam bzw. nicht vorhanden. Lärm mache krank, ergo sei die Bekämpfung desselben „öffentliches Interesse“. Erst diese Woche machte die Bürgerinitiative „Xund’s Vomp“ ihrem Ärger zum Thema Luft.

Kritik, die nun offenkundig Gehör zu finden scheint. Denn die schwarz-grüne Landesregierung lässt zum Them­a aufhorchen. Sie hat ein Lärmschutz-Forderungspaket geschnürt, das sie auf die Reise nach Wien schickt. Die Adressaten sind klar: Bund und der Autobahnbetreiber Asfina­g. Der Kern des Pakets liegt in der Forderung nach mindestens 100 Millionen Euro in den kommenden fünf Jahren für Investitionen in den Lärmschutz in Tirol.

„Wien muss zur Kenntnis nehmen, dass die Belastung in Tirol aufgrund der hohen Transitzahlen und auch der Topografie eine ganz besonders hohe ist“, rechtfertigt LH Günther Platter (VP) das Forderungspaket. Mit jedem zusätzlichen Transit-Lkw steige auch die Lärmbelastung entlang der Inntal- und Brenner­autobahn. Die für Umwelt zuständige LHStv. Ingrid Felipe (Grüne) verweist darauf, dass „Lärm gemeinsam mit der Luftverschmutzung zu den gravierendsten Umweltbelastungen zählt“ und immer mehr Menschen in ihrer Lebensqualität beeinträchtige.

Die Bereiche Wiesing und Kufstein sowie Pfons (Wipptal) sind nur einig­e jener „Hotspots“, welche das Land rasch entlasten und daher in das Forderungspaket nach Umsetzung und Erneuerung von baulichen Lärmschutzmaßnahmen sowie Verbesserungen im Schallschutz für Gebäude integriert hat.

Auch finanziell müss­e sich einiges ändern, sagen Platter und Felipe. Jahr für Jahr würden Hunderte Mautmillionen in die Kassen der Asfinag fließen. Es könne daher nicht sein, dass dann die Gemeinden in Fragen des Lärmschutzes auch noch zur Kassa gebeten werden. Schwarz-Grün fordert auch hier Wien auf, die Gemeinden zu entlasten. (mami)