Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom So, 10.02.2019


Landespolitik

Mathe-Matura neu: Heuer sechs Sofortmaßnahmen

Wie Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) angekündigt hat, gibt es nach den schlechten Vorjahresergebnissen Änderungen. Viele Schüler befürchten nun, dass die Vorbereitungszeit für die Mathe-Matura „neu“ bis zum 8. Mai zu kurz sein könnte.

Schüler sollen Mathematik nicht mehr als Angstfach sehen, ist das Ziel der Maturareform.

© iStockphotoSchüler sollen Mathematik nicht mehr als Angstfach sehen, ist das Ziel der Maturareform.



Von Brigitte Warenski

Innsbruck — Am 8. Mai 2019 geht die Zentralmatura in Mathematik österreichweit über die Bühne. Wie Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) angekündigt hat, gibt es nach den schlechten Vorjahresergebnissen Änderungen.

Viele Schüler befürchten nun, dass die Vorbereitungszeit für die Mathe-Matura „neu" bis zum 8. Mai zu kurz sein könnte. Tirols Bildungsdirektor Paul Gappmaier beruhigt: „Dafür ist ausreichend Zeit, das ist leicht schaffbar. Heuer geht es ja nur um die ersten Schritte. Die weiteren massiven Änderungen folgen erst später." Wie die heurigen sechs Sofortmaßnahmen konkret aussehen und wie sie umgesetzt werden sollen, darüber werden Tirols Schulen nun informiert. „Diese Woche ging das Informationsschreiben des Bildungsministeriums auch an alle Tiroler Schulen. Da diese Informationen allein zu wenig sind, werden wir ergänzend festhalten, was zu tun ist", sagt Gappmaier. Zudem wird in der Bildungsdirektion eine Person als Koordinator ernannt, „um die Dinge in Gang zu bringen und eventuelle offene Fragen zu beantworten".

Als erste Sofortmaßnahme werden verständlichere und auch kürzere Angabentexte eingeführt. Sofortmaßnahme zwei ist das Notensystem. „Es werden nun auch halbe Punkte vergeben", so Gappmaier. Flexibilisiert wird das Zeitmanagement an den AHS. Bisher hatte man 120 Minuten für die Typ-1-Aufgaben und 150 Minuten für die Typ-2-Aufgaben. „Nun wird diese Trennung aufgehoben, um Stress rauszunehmen. Man hat nun eine Gesamtzeit zur Verfügung." Verbesserungen gibt es bei der Qualitätssicherung. „Alle Beispiele werden ab heuer von der Österreichischen Mathematischen Gesellschaft geprüft", so der Bildungsdirektor.

Eine Änderung gibt es bei der Aufsichtspflicht, „um die Nervosität zu minimieren. Sie wird ab sofort von einer Fachlehrkraft übernommen. Wenn es möglich ist, soll das die Fachlehrkraft sein, die die Klasse unterrichtet hat", sagt Gappmaier. In diesem Punkt könnten die meisten Fragen auftauchen: Was macht die Fachkraft, wenn Fragen an sie gestellt werden? Für Lehrpersonen richtet das Bildungsministerium einen Helpdesk ein, „wo Fragen der Bewertung beantwortet werden".

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Die weiteren „massiven" Änderungen, die laut Gappmaier „mittelfristig" umgesetzt werden, gehen um die Überarbeitung der Grundkompetenz, um die Rolle der eingesetzten Technologien und das Fortbildungsangebot für die Lehrpersonen. Ziel ist, „der Mathematik den Ruf als Angstfach zu nehmen".