Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 09.02.2019


Exklusiv

Willi will Airbnb zeitlich und örtlich begrenzen

Der Innsbrucker Bürgermeister Georg Willi nimmt wegen der hohen Wohnungspreise immer mehr die Buchungsplattform Airbnb ins Visier.

Die ungeregelte Vermietung von Zimmern und Wohnungen über Buchungsplattformen wie Airbnb bereitet der Politik immer mehr Probleme.

© APA (AFP)Die ungeregelte Vermietung von Zimmern und Wohnungen über Buchungsplattformen wie Airbnb bereitet der Politik immer mehr Probleme.



Von Peter Nindler

Innsbruck – 1200 bis 1800 Zimmerangebote aus Innsbruck gibt es täglich auf der Buchungsplattform Airbnb. Für den Innsbrucker Bürgermeister Georg Willi (Grüne) ist aus dem ursprünglich gut gemeinten Ansatz, eine Plattform für die kostengünstige Kurzzeitvermietung von Wohnraum zu schaffen, eine echte Stadtplage geworden. Das Fass zum Überlaufen bringt jetzt das neue Geschäftsmodell von diversen Immobilien­entwicklern. Sie mieten (leer stehende) Wohnungen an und bieten sie dann auf Airbnb an. „Die Renditen sind höher als bei ganzjähriger Wohnungsvermietung. Und es gibt keine Probleme mit Mietern, die vielleicht Ansprüche aus dem Mietvertrag stellen“, kritisiert Willi.

Für den Innsbrucker Bürgermeister stellt das die Landeshauptstadt mit der angespannten Wohnungssituation und explodierenden Immobilienpreisen vor große Probleme. „Ganzjährig nutzbarer Wohnraum wird dem Wohnungsmarkt entzogen, zwischen Hotellerie und Airbnb gibt es kein Fairplay und schließlich die Ärgernisse in Wohnanlagen, wo die ständig wechselnden Mitbewohner als lästig empfunden werden.“ Er sei deshalb fest entschlossen, Airbnb in die Schranken zu weisen. „Wir müssen – wenn nicht rasch eine bundeseinheitliche Regelung kommt – mit einem Landesgesetz die Zeit der erlaubten Vermietung pro Jahr beschränken und zusätzlich andenken, Airbnb-Vermietung nur in definierten Zonen zuzulassen“, fordert Willi. Ähnlich wie bei Hotels, die auch nur bei Vorliegen bestimmter Widmungen zugelassen sind. Zugleich spricht sich Willi für strengere Kontrollen aus. „In der ,Arbeitsgruppe Airbnb‘ der Stadt Innsbruck wollen wir die konkreten Regelungsschritte erarbeiten.“

Als Instrument, das den Registrierungswunsch der Airbnb-Gäste von sich aus ankurbeln könnte, sieht der grüne Tourismussprecher Georg Kaltschmid die Regionskarten der Tourismusverbände. „Die von der Koalition vereinbarte Registrierungspflicht ist wichtig. Auch die Airbnb-Gäste möchten die Ermäßigungen von Regionskarten wie der Innsbruck Card erhalten, doch diese erhält man nur, wenn man als Gast angemeldet ist und auch Aufenthaltsabgabe bezahlt.“