Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 09.02.2019


Innsbruck-Land

Telfs beschließt 180.000 Euro Subvention für Volksschauspiele

Trotz scharfer Kritik der FPÖ gab es im Telfer Gemeinderat eine 19:2-Mehrheit für die finanzielle Unterstützung der Tiroler Volksschauspiele 2019.

BM Christian Härting, Felix Mitterer, GF Silvia Wechselberger und Klaus Rohrmoser (v. l.) luden kürzlich zur Programmpräsentation.

© Thomas Boehm / TTBM Christian Härting, Felix Mitterer, GF Silvia Wechselberger und Klaus Rohrmoser (v. l.) luden kürzlich zur Programmpräsentation.



Telfs – Am Ende einer intensiven Debatte stand eine klare Mehrheit: Mit 19:2 Stimmen beschloss der Telfer Gemeinderat am Donnerstagabend eine Subvention über insgesamt 180.000 Euro für die Tiroler Volksschauspiele 2019. Zu 150.000 Euro Barsubvention – wie im Vorjahr – kommen Personalkosten für Ferialpraktikanten etc., die bisher von der Gemeinde angestellt wurden. Dieses Geld gebe man heuer direkt an die Volksschauspiele, „sie müssen diese Mitarbeiter nun selbst anstellen“, erklärt BM Christian Härting (Wir für Telfs/WFT). Für die Gemeinde gebe es also keine Mehrkosten, es scheine aber „transparenter“ auf, wie viel Geld Telfs wirklich ausgibt.

Im Vorjahr hatte die Gemeinde die Subventionszusage mit Forderungen verknüpft. Diesen seien die Volksschauspiele auch nachgekommen, sagt Härting: So werde die Telfer Referatsleiterin für Wirtschaft und Kultur nunmehr zu den Vorstandssitzungen eingeladen. Zudem hätten die Volksschauspiele einen Finanzplan vorgelegt – „auch wenn ich mir diesen für ein Gesamtbudget von rund 800.000 Euro professioneller vorstellen würde“.

Gegen die Subvention stimmte die FPÖ: Zwar seien die Volksschauspiele ein „unbestreitbarer kultureller Höhepunkt“, erklärte GV Michael Ebenbichler, „aber der Finanzplan wirft viele Fragen auf“. Die kalkulierten Zuschauerzahlen und Einnahmen seien für ihn nicht nachvollziehbar, wichtige Auskünfte würden fehlen. Zudem sei es bedauerlich, dass kein Vertreter der Volksschauspiele zur Sitzung gekommen sei.

In allen anderen Wortmeldungen wurde die Bedeutung der Volksschauspiele als „Alleinstellungsmerkmal“ für Telfs hervorgehoben. Für GV Angelika Mader (ÖVP) sind diese „eine etablierte Marke, etwas vom Positivsten an Telfs“. Und: „Kultur wird immer etwas kosten.“ Vize-BMCornelia Hagele (WFT) sieht „keine reinen Kulturausgaben, sondern auch Marketingausgaben für Telfs“.

Härting bekräftigt im TT-Gespräch, dass die Volksschauspiele „strukturell auf neue Beine gestellt werden sollten“. Am günstigsten sei wohl auch künftig das Konstrukt „Verein“, Land, Bund und Gemeinde als große Geldgeber sollten aber darin vertreten sein und „kaufmännischen Einblick“ erhalten. Mit dem Land – das im Vorjahr 160.000 Euro Subvention beisteuerte, heuer ist das Förderansuchen noch in Bearbeitung – gebe es „gute Gespräche“, auch über eine höhere Mittelfreigabe nach einer Neustrukturierung.

Als Hauptstück zeigen die Volksschauspiele (25. Juli bis 31. August) heuer, wie berichtet, Felix Mitterers „Verkaufte Heimat“ – als aufwändige Freilichtaufführung in der Telfer Südtiroler Siedlung. (md)