Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 14.02.2019


Bezirk Imst

Gemeinde Silz will einige Grundstücke verwerten

Gemeinderat beschließt Jahresvoranschlag mit 10 Millionen im ordentlichen plus 3,5 Millionen im außerordentlichen Haushalt.

Durch den Verkauf von maximal acht Grundstücken auf dem ehemaligen Bauhofareal in Silz erhofft sich die Gemeinde, das heurige Budget mitfinanzieren zu können.

© DornDurch den Verkauf von maximal acht Grundstücken auf dem ehemaligen Bauhofareal in Silz erhofft sich die Gemeinde, das heurige Budget mitfinanzieren zu können.



Von Agnes Dorn

Silz – Fast 10 Millionen Euro umfasst der Voranschlag des ordentlichen Haushalts für dieses Jahr zuzüglich 3,5 Millionen Euro im außerordentlichen Haushalt. Der für heuer zu erwartende Haushalt, wie ihn die Gemeinde Silz jüngst budgetierte, kann sich durchaus sehen lassen. Allein die Personalkosten würden über 3 Millionen Euro betragen, benennt BM Helmut Dablander den größten Posten ausgabenseitig.

Der außerordentliche Haushalt ist dagegen mit 2,9 Millionen Euro durch den Kindergarten-Neubau sowie mit rund 130.000 Euro durch den Kraftwerkskauf inklusive Wiederverleihung des Wassernutzungsrechts belastet. Dass ein derartiges Budget überhaupt von einer Gemeinde wie Silz gestemmt werden kann, liegt auch daran, dass man die voraussichtlichen Einnahmen recht optimistisch veranschlagt:

So sollen allein 500.000 Euro an Einnahmen durch Grundverkäufe am ehemaligen Bauhofareal und weitere 95.000 Euro an Erschließungsgebühren (17.000 Euro mehr als 2017) die hohen Ausgaben mittragen. „Wir können auch tiefstapeln, aber dann bekommen wir das Budget nicht zusammen“, formuliert Dablander seine Herangehensweise an den Voranschlag.

Beim mittelfristigen Finanzierungsplan bis 2023 zeichnet sich dagegen wieder eine Beruhigung ab und mit rund 8,7 Millionen im ordentlichen und 700.000 im außerordentlichen (2020) sowie rund 8,1 Millionen im ordentlichen Haushalt (2021 und 2022) sind die Anforderungen an den Haushalt in den darauffolgenden Jahren dann wieder deutlich niedriger.

Zwar gebe es für den Bau des Kindergartens eine Förderung von 60,5 Prozent, der Baugrund würde aber nicht gefördert, so der Dorfchef. Im ordentlichen Haushalt würden dagegen Projekte wie der geplante Linksabbieger ins gemeinsame Gewerbegebiet, Straßensanierungen, der Ankauf von Grund, der Sparkassenräumlichkeiten (für 300.000 Euro), des Feuerwehrautos (abzüglich der Zuschüsse verbleiben der Gemeinde 150.000 Euro an Kosten) oder kleinere Posten wie jener der Schwarzmoosverbauung um 50.000 Euro das Budget belasten, zählt Dablander auf.

Das 3640 m² große Areal des ehemaligen Bauhofs (von dem 520 m² der Agrargemeinschaft gehören) und die 3289 m² große Fläche südöstlich der Mittelschule sollen zwar verwertet werden, doch zumindest für das Grundstück des ehemaligen Bauhofs, das man für den Bau von Einzelhäusern zur Verfügung stellen möchte, verlangten vier Gemeinderäte ein Verkehrskonzept.

Für den Grund am Anton-Draxl-Weg dagegen brauche es zunächst noch eine naturschutzrechtliche Bewilligung, falls nicht das Schutzgebiet des Ortolans ohnehin beendet wird, wie Bauamtsleiter Martin Dablander gehört haben will. Die Verwertung des Grundstücks wird deshalb noch hintangestellt. Auch hier sollen eines Tages Parzellen für Einfamilienhäuser entstehen, so Bürgermeister Dablander. „Wir sollten unserem Grundsatz der verdichteten Bauweise treu bleiben“, fordert indes Gemeindevorstand Wilhelm Mareiler.