Letztes Update am Mi, 13.02.2019 16:24

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Innsbruck

Nach Bluttat in Dornbirn setzt Innsbruck auf Sicherheitsschleuse

Eine „Sicherheitsschleuse“ zur Abwehr möglicher Gefahren vor dem Sozialamt sei bereits in Planung, bis Ende kommender Woche werde sie umgesetzt. Dies teilten die Verantwortlichen bei einer Pressekonferenz am Mittwoch mit.

Durch die Besetzung mit Mitarbeitern der Mobilen Überwachungsgruppe (MÜG) soll ein verstärktes Sicherheitsgefühl entstehen. (Symbolbild)

© Andreas Rottensteiner / TTDurch die Besetzung mit Mitarbeitern der Mobilen Überwachungsgruppe (MÜG) soll ein verstärktes Sicherheitsgefühl entstehen. (Symbolbild)



Innsbruck – Nach der tödlichen Messerattacke auf den Leiter des Sozialamtes in der Bezirkshauptmannschaft Dornbirn setzt man in Innsbruck auf eine Sicherheitsschleuse zur Abwehr möglicher Gefahren. Diese sei bereits in Planung, teilten die Verantwortlichen am Mittwoch mit. Bis Ende kommender Woche werde sie umgesetzt.

„Nur wenn sich die Menschen sicher fühlen, können sie sich auch wohl fühlen“, erklärte dazu der ressortzuständige Vizebürgermeister Franz X. Gruber. Dabei gehe es sowohl um den öffentlichen Raum als auch um den Stadtmagistrat.

Sozialamt am ehesten gefährdet

Laut interner Evaluierung seien Bedienstete im Sozialamt von allen Behörden am ehesten einer Gefährdung ausgesetzt. Sozialamtsleiter Markus Wager erklärte: „Während der Zeiten des Parteienverkehrs – also zwischen 7.30 Uhr und 12.30 Uhr – wird diese Schleuse von zwei Personen der Mobilen Überwachungsgruppe bedient. Menschen, die in das Sozialamt kommen, werden durchleuchtet und im Bedarfsfall abgetastet und ihre Taschen werden kontrolliert.“

Das Prozedere sei vergleichbar mit den Zugangskontrollen am Flughafen oder bei Gericht. Zusätzlich seien auch in diesem Amt Notfallknöpfe in den Büros installiert.

Durch die Besetzung der Schleuse durch Mitarbeiter der MÜG (Mobile Überwachungsgruppe, Anm.) entstehe ein weiterer Sicherheitsvorteil: Im Anlassfall könnten diese direkt zu Situationen gerufen werden, bei denen sie unterstützen können. „Uniformierte Sicherheitsorgane beim Eingang haben oftmals eine positive Wirkung auf mögliche Unruhestifter“, so Elmar Rizzoli, Leiter des Amts für allgemeine Sicherheit, zu dessen Aufgaben die Evaluierung einer möglichen Gefährdung der städtischen Mitarbeiter zähle.

Auf Deeskalationstraining gesetzt

Am wichtigsten seien aber regelmäßige Sicherheitstrainings der Mitarbeiter mit einem Polizeitrainer. „Wir setzen vor allem auf Deeskalationstrainings – damit es gar nicht so weit kommt, dass andere Maßnahmen greifen müssen“, so Warger.

Vizebürgermeister Gruber wies auf öffentliche Plätze in Innsbruck hin, die besondere Aufmerksamkeit erregen. „Sowohl die Kapuzinergasse als auch die Umgebung der Mentlvilla in Wilten sorgen aktuell beispielsweise vermehrt für Bedenken bei Bürgern“, sagte er. „In diesem Zusammenhang wurden bereits zahlreiche Maßnahmen umgesetzt. Die Mentlgasse wird intensiv bestreift, der Bahnhofssozialdienst der Caritas ist mit Sozialarbeiterinnen und -arbeitern vor Ort täglich im Einsatz und in der nächsten Gemeinderatssitzung wird ein Alkoholverbot für diese Gegend behandelt.“ Darüber hinaus würden die Innsbrucker Kommunalbetriebe die Beleuchtungssituation dort weiter verbessern. Neue Sozialeinrichtungen wie die Katharinastube oder die Nobertistube beim Stift Wilten hätten ihre Tätigkeit zudem aufgenommen. (TT.com/APA)