Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 15.03.2019


Landespolitik

16.510 Personen bezogen in Tirol die Mindestsicherung

Die Tiroler Zahlen für das Jahr 2018 liegen vor: Bezirk Innsbruck-Stadt hat mit Abstand die meisten Fälle, knapp 38 Prozent der Bezieher sind unter 20 Jahre.

Gemäß einer Auswertung der Sozialabteilung des Landes stellten 2018 in Summe 16.510 Personen einen Antrag auf Mindestsicherung.

© Foto TT / Rudy De MoorGemäß einer Auswertung der Sozialabteilung des Landes stellten 2018 in Summe 16.510 Personen einen Antrag auf Mindestsicherung.



Von Manfred Mitterwachauer

Innsbruck – Noch wartet Soziallandesrätin Gabriele Fischer (Grüne) auf Post aus Wien. Die Neugestaltung der Mindestsicherung – oder jetzt in schwarz-blauer Diktion wieder „Sozialhilfe“ genannt – mitsamt der getätigten Änderungen liegt in Tirol noch nicht schwarz auf weiß vor. Auf Basis dessen, was die Bundesregierung aber am Mittwoch verkündet hat, habe man in der Sozialabteilung des Landes bereits erste Berechnungen angestellt. Vorläufiges Schätz-Fazit Fischers: „Es wird nur Verlierer geben.“ Und der den Ländern zugebilligte Spielraum sei auch nicht der Weisheit letzter Schluss: Man könne nicht 75 Prozent der Mindestsicherungsfälle über die Härtefallkommission abwickeln.

Indes sind einer Landtags-Anfragebeantwortung an die Freiheitlichen die Mindestsicherungs-Gesamtzahlen für das abgelaufene Jahr zu entnehmen. Derzufolge bezogen zwischen 1. Jänner und 31. Dezember 2018 exakt 16.510 Personen zumindest einmal die Mindestsicherung. Mit 8486 Bezieherinnen waren die Frauen in der Überzahl. Auch angesichts der Bundesdebatte über die neue degressive Staffelung bei Mehrkindfamilien interessant: 6231 Mindestsicherungsbezieher waren keine 20 Jahre alt – davon betrug der Anteil der 0- bis 9-Jährigen 3541 Personen (10–19 Jahre: 2690).

Was den Aufenthaltsstatus der Mindestsicherungsbezieher betrifft, so bilden Inländer die größte Gruppe (6495), gefolgt von Asylberechtigten/anerkannten Flüchtlingen (5762), Nicht-EU-Bürgern ohne Asylverfahren (1560), EU-Bürgern (1374), subsidiär Schutzberechtigten (1124), jene mit humanitärem Aufenthalt (176) sowie 19 mit unbestimmtem Status.

Wenig überraschend ist indes die Verteilung der Mindestsicherungsbezieher über die Bezirke. Weiter unangefochten an der Spitze steht mit 7866 Personen die Landeshauptstadt, gefolgt vom Bezirk Innsbruck-Land (3993), Kufstein (2030) und Schwaz (1203). Das Schlusslicht bildet hier der Bezirk Landeck mit 248 Beziehern.

Ausgewertet wurde auch die Bezugsdauer der Mindestsicherung. 5968 Personen bezogen sie zwölf Monate, 1129 elf Monate lang. Einen Monat lang half die Mindestsicherung immerhin 1153 Menschen.