Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 16.03.2019


Politik in Kürze

Zentrum St. Josef arbeitet Missbrauchs-Geschichte auf

Schieder und Muigg wollen nicht nur in Tirol das stärkste SPÖ-Ergebnis einfahren. SP-Chef Dornauer hofft auf das größte Plus (v. l.).

© SPÖSchieder und Muigg wollen nicht nur in Tirol das stärkste SPÖ-Ergebnis einfahren. SP-Chef Dornauer hofft auf das größte Plus (v. l.).



Eine der größten Behinderteneinrichtungen des Landes, das Zentrum St. Josef der Barmherzigen Schwestern, will sich jetzt weiter von einer Großeinrichtung zu kleineren externen Wohneinheiten weiterentwickeln. Von den 135 Klienten leben bereits 43 in Wohnungen, in fünf Jahren sollen es weitere 50 sein. Zuletzt gab es immer wieder Kritik an der Größe, auch Vorwürfe wegen rüder Umgangsformen von Mitarbeitern. Das kündigte eine Prüfung an. „Diese Vorfälle wurden sehr einseitig kolportiert, deshalb begrüßen wir jegliche Überprüfung“, so der Geschäftsführer der Soziale­n Einrichtungen Bernhard Guggenbichler.

Auch seiner Vergangenheit stellt sich das Netzwerk St. Josef. Dort seien vor bald 40 Jahren Vorfälle und Übergriff­e öffentlich gemacht worden, die Guggenbichler im hohem Maße bedauert. „Das Mutterhaus bekennt sich als Eigentümerin zu dieser historischen Verantwortung und arbeitet aktiv an der Aufbereitung der damaligen Zeit.“ Eine wissenschaftlich-historische Aufarbeitung ist im Gange, leider, so Guggenbichler, sei die vom das Mutterhaus im April 2018 beauftragte Historikerin Sylvelyn Hährner-Rombach im Jänner verstorben. Jetzt werde geklärt, wie der Forschungsauftrag weitergeführt werden könne.

Für die Europawahlen am 26. Mai gibt Tirols neuer SPÖ-Chef Georg Dornauer eine ambitionierte Devise aus: „Wir wollen des größte Plus aller SP-Landesparteien einfahren.“ Deshalb warb er Freitag um Unterstützung für die Tiroler Regionalkandidatin Theresa Muigg und Bundesspitzenkandidat Andreas Schieder. „Die Wahlen werden eine harte Auseinandersetzung um die politische Ausrichtung Europas für die nächsten Jahre: Es geht um eine zukunftsträchtige Weiterentwicklung der Union und eine klare Absage an Nationalismus und Rechtspopulismus“, betonte Schieder. Der FPÖ wirft der SPÖ-Nationalratsabgeordneten vor, unverhohlen mit einem „Öxit“, also einem Austritt Österreichs aus der Europäischen Union zu kokettieren. (pn)




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