Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 16.03.2019


Innsbruck-Land

Neuer Bauhof in Absam soll alle Stückln spielen

Um 3,15 Mio. Euro entsteht in Absam am alten Standort bis Frühjahr 2020 ein komplett neuer Bauhof. Die Opposition bleibt bei ihrer scharfen Kritik.

Trotz widrigen Wetters war die Stimmung beim Spatenstich mit LR Hannes Tratter (4. v. l.) und BM Arno Guggenbichler (4. v. r.) sonnig.

© DomanigTrotz widrigen Wetters war die Stimmung beim Spatenstich mit LR Hannes Tratter (4. v. l.) und BM Arno Guggenbichler (4. v. r.) sonnig.



Absam – Für die Gemeinde Absam ist es eines der zentralen Projekte dieser Gemeinderatsperiode: Gestern erfolgte der feierliche Spatenstich für den „Bauhof neu“.

Im Mai 2014 habe sich Bauhofleiter Alois Schindl in einem Schreiben an die Gemeinde gewandt, berichtet BM Arno Guggenbichler (SPÖ und Parteiunabhängige): Der Bauhof sei „in die Jahre gekommen“, es stelle sich die Frage, ob noch allen sicherheits- und arbeitstechnischen Vorgaben Genüge getan werde, zudem brauche es Garagen für eine sofortige Einsatzbereitschaft der Fahrzeuge, mehr Lagerflächen und so weiter. Kurz: Sanierung oder Neubau seien notwendig.

In der Folge habe man eine Studie in Auftrag gegeben, ob ein Neubau am bisherigen Standort zu realisieren sei, so Guggenbichler, diese sei sehr überzeugend ausgefallen. Nun entsteht ein neuer Bauhof, der alle Stückln spielt: Der L-förmige Baukörper mit zwei ober- und einem unterirdischen Geschoß umfasst u. a. Büro- und Mitarbeiterbereiche, eine Fahrzeug­halle für Lkw, eine Werkstatt samt Schlosserei und Tischlerei, eine neue Waschbox und diverse Lagerflächen (auch für die Absamer Vereine). Die Nutzfläche werde gegenüber dem Bestandsgebäude verdoppelt, erklärt Conrad Messner (DIN A4 Architektur), auf ca. 2320 m². Die alten Gebäudeteile (großteils aus den 50er Jahren oder gar noch aus dem Zweiten Weltkrieg) wurden – bis auf die ehemalige Notkirche des Barackenlagers Eicha­t – bereits abgerissen. Der nächste Winterbetrieb soll schon vom neuen Bauhof aus möglich sein, auch wenn die Eröffnung der Gebäude erst im Frühjahr 2020 erfolgen wird.

Der Gesamtkostenrahmen liegt bei 3,15 Mio. Euro, die Gemeinde muss dafür keine Kredite aufnehmen. Für rund 90 Prozent des Gesamtvolumens seien schon die Vergaben erfolgt bzw. Angebote eingelangt, sagt Guggenbichler, zum Zug kämen lauter Firmen aus der Umgebung, freut er sich. Vom Land Tirol fließen insgesamt 500.000 Euro Bedarfszuweisung.

Die beiden oppositionellen ÖVP-Listen erneuerten gestern ihre Kritik am Projekt: „Vor der Umsetzung hätt­e man Alternativen im Sinne einer gemeindeübergreifenden Zusammenarbeit prüfen sollen, dann wären vom Land auch mehr Mittel geflossen“, meint GR Michael Unterweger (Wir Absamer). Zudem hätten sich die Kosten gegenüber den einstigen Ansätzen im mittelfristigen Finanzplan „fast verdoppelt“. Interessant werde auch sein, wie hoch am Ende „die gesamten Projektkosten, nicht nur die reinen Baukosten“ liegen, so GV Philipp Gaugl (Zukunft Absam). Einrichtung und Maschinen seien etwa in Letzteren nicht enthalten, betonen beide Mandatare, die auch den Standort „mitten im Dorf“ als „nicht zukunftsgerichtet“ kritisieren. (md)