Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 21.03.2019


Tirol

Zweitwohnsitzabgabe: Landes-Grüne kontern Willi

Sollen auch Studenten eine Zweitwohnsitzabgabe zahlen? Der grüne Bürgermeister will, die Landes-Grünen nicht.

© Thomas BöhmSollen auch Studenten eine Zweitwohnsitzabgabe zahlen? Der grüne Bürgermeister will, die Landes-Grünen nicht.



Mit Gegenwind aus dieser Richtung dürfte Innsbrucks Bürgermeister Georg Willi (Grüne) wohl nicht gerechnet haben. Wie berichtet, hat Willi vergangene Woche mit der Forderung nach einer generellen Zweitwohnsitzabgabe aufhorchen lassen. Immerhin müssten Kommunen auch hierfür Infrastruktur vorhalten. Die vom Land in Planung befindliche Abgabe lediglich auf klassische Freizeitwohnsitze geht Willi zu wenig weit. Der grüne Bürgermeister würde damit aber auch die gut 8000 Studierenden in Innsbruck treffen. Um sie eben so zur Ummeldung ihres Neben- in einen Hauptwohnsitz zu bewegen. Schließlich ist für die Stadt jeder Hauptwohnsitz im Finanzausgleich bares Geld wert.

Die Landes-Grünen sehen das Vorpreschen Willis kritisch. „Viele Studierende wissen jetzt schon nicht, wie sie am Monatsende über die Runden kommen sollen", schließt Grünen-Wohnsprecher Michael Mingler eine Zweitwohnsitzabgabe für Studenten kategorisch aus. Grundsätzlich kann Mingler einer generellen Zweitwohnsitzabgabe aber etwas abgewinnen. Damit würde auch die bis dato schwierige Kontrolle der Freizeitwohnsitze für die Gemeinden entfallen. Für Innsbruck blieben auch ohne Studenten immer noch rund 15.000 Nebenwohnsitze, argumentiert Mingler. (mami)