Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 23.03.2019


Landespolitik

Operation „Spitalsreform“ im Landtag



Die nächstwöchig­e Landtagssitzung dürfte wohl im Zeichen der Spitalsreform und der geplanten Schließung des Krankenhauses in Natters stehen. Die Oppositionsparteien SPÖ, FPÖ, Liste Fritz und NEOS wollen dabei Gesundheits-LR Bernhard Tilg (ÖVP) in die Zange nehmen. Tilg verschließt sich der Debatte nicht, die ÖVP wird zustimmen. „Ich werde schon am Montag mit den Vertretern der Klubs reden", sagt Tilg. ÖVP-Klubchef Jakob Wolf begrüßt eine sachliche Diskussion über die Spitalsreform.

Die Opposition ist zwiegespalten. Einig sind sich SP-Chef Georg Dornauer, FP-Parteiobmann Markus Abwerzger, Liste-Fritz-Chefin Andrea Haselwanter-Schneider und NEOS-Landessprecher Dominik Oberhofer jedoch darin, dass Tilg ein Kommunikationsdesaster angerichtet hab­e: Nicht nur die Mitarbeiter, sondern auch der Landtag sei schwer brüskiert worden. Massive Kritik wird von SPÖ, FPÖ und Liste Fritz an der Schließung von Natters mit dem Kompetenzzentrum für Lungenheilkunde geübt. Die Rede ist von einem Bauernopfer zugunsten der Klinik Innsbruck.

Dominik Oberhofer (NEOS) sieht wegen steigender Betriebsabgänge von rund 75,5 Mio. Euro in den Tiroler Spitälern hingegen die Notwendigkeit von Strukturreformen und Anpassungen. Auch die Schließung von Spitalsstandorten wie Natters sei wohl unumgänglich. (pn)