Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 02.04.2019


Bezirk Imst

Gemeinderat Haiming verzichtete auf Abstimmung über Beirat

Bürgermeister Leitner stellte einen Antrag auf Gründung eines Liftehe-Gremiums und blitzte damit bei den Gemeinderäten ab. Zumindest vorerst.

Über das Schafjoch (im Bild) sollte die Liftehe Kühtai-Hochoetz reichen. In Haiming startete der Nachdenkprozess inklusive Bürgerbeteiligung holpriger als vom Bürgermeister gedacht.

© SchwarzÜber das Schafjoch (im Bild) sollte die Liftehe Kühtai-Hochoetz reichen. In Haiming startete der Nachdenkprozess inklusive Bürgerbeteiligung holpriger als vom Bürgermeister gedacht.



Von Agnes Dorn

Haiming – Wie berichtet, wurde das UVE-Konzept für den Zusammenschluss der beiden Skigebiete Hochoetz und Kühtai überraschend von den Projektanten zurückgezogen. Man wolle einen Beirat unter Einbeziehung der Öffentlichkeit bilden, um über das Projekt zu diskutieren, so der Plan. „Es war nicht für alle klar, dass man das Projekt zurückziehen soll“, bestätigt BM Josef Leitner. Die Gemeinde Haiming hatte indes bereits im Dezember 2018 beschlossen, gemeindeintern ein Gremium zu bilden und einen Forderungskatalog bezüglich der Skischaukel auszuarbeiten. „Wir waren damals schon auf dem Weg, auf dem jetzt alle sind“, sieht sich Leitner als Vorreiter. So wollte er nun bei der jüngsten Gemeinderatssitzung einen Antrag auf Bildung dieses Gremiums einbringen. Doch um einen solchen im Nachhinein auf die Tagesordnung einer Gemeinderatssitzung zu setzen, bedarf es einer Zweidrittelmehrheit. Die konnte der Haiminger Dorfchef dieses Mal nicht erreichen.

Diesem Gremium sollen nach Ansicht Leitners aus jeder Gemeinderatsfraktion eine Person sowie zusätzlich der Bürgermeister und sein Vize angehören. Das wären dann für Haiming insgesamt sieben Personen, drei davon von der Bürgermeisterliste. Insgesamt solle der Beirat 20 bis 23 Personen umfassen. Neben den Grundstücksbesitzern und den Aufsichtsräten der Bergbahnen sowie den Gemeindegremien solle noch Platz für Vertreter von NGOs sein, so Leitner. Der Beirat solle dann ein halbes bis ein Jahr arbeiten und danach den drei Gemeinderäten Oetz, Silz und Haiming einen Bericht mit Ergebnissen vorlegen. Auf dessen Grundlage könnten die Dorfparlamente dann jeweils über das Projekt abstimmen.

Grundsätzlich gesprächsbereit zeigten sich zwar SPÖ-GR Bernhard Zolitsch und die Mandatare der Bürgerliste. Sie wollten jedoch das Silzer Abstimmungsergebnis, welches für den Folgetag zu erwarten war, abwarten. Dass das Projekt, wie berichtet, tatsächlich zur Abstimmung kommen und diese mit neun zu fünf Stimmen gegen das geplante Vorhaben ausgehen würde, stand da noch nicht fest. Ebenso wenig wie der einstimmige Beschluss des Silzer Dorfparlaments, sich „an einer Diskussion über zukünftige Projekte und die Entwicklung der Region mit Bürgerbeteiligung“ beteiligen zu wollen.

Generell gegen die Gründung eines Beirats sprachen sich im Haiminger Gemeinderat die Neue Liste sowie die Haiminger Grünen aus. „Die Idee des Beirats kommt ein Jahr zu spät und ist themenverfehlt. Für uns ist das Gebiet da oben ein Tabu und das bleibt es auch“, positionierte sich Ersatzgemeinderat Ernst Gabl klar gegen das Projekt. „Zu spät zum Reden ist es mir nie“, argumentierte dagegen Leitner und schickte tags darauf den Gemeinderäten eine Einladung zur Gründung des örtlichen Arbeitskreises am kommenden Donnerstag, den er später per GR-Beschluss in das übergeordnete Gremium einzubinden gedenkt.

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