Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 02.04.2019


Bezirk Reutte

Grüne: „Bahntunnel vom Außerfern ins Inntal im Aufwind“

Landeshauptmann Günther Platters Unterstützung für einen Bahntunnel begeistert die Grünen. Die SPÖ bleibt weiterhin skeptisch.

Für Grüne und SPÖ die einzig sinnvolle Lösung: eine Schienenverbindung vom Außerfern ins Inntal.

© TscholFür Grüne und SPÖ die einzig sinnvolle Lösung: eine Schienenverbindung vom Außerfern ins Inntal.



Reutte – Die Grünen sehen die Vision eines Bahntunnels vom Außerfern ins Inntal „weiter im Aufwind“. Grund dafür ist die Aussage von Landeshauptmann Platter. Dieser erklärte im TT-Interview: „Ich bekenne mich zu 100 Prozent, dass wir parallel zum Fernpasstunnel auch eine Bahnlösung forcieren. Nur eine Bahntrasse im Inntal und über Seefeld ist zu wenig.“

„Das ist genau der Aufwind, den dieses visionäre Zukunftsprojekt benötigt. Dieser Bahntunnel hat das Potenzia­l, ein ganz neues Zeitalter im Außerfern einzuläuten“, freuen sich die grüne Bezirkssprecherin Regina Karlen und der grüne Mobilitätssprecher Michael Mingler und orten „steigende Zustimmung, nun auch von der ÖVP“.

In einer Machbarkeitsstudie des Landes ging die Variante Ehrwald-Silz als geeignetste Trassenführung hervor. In einem nächsten Schritt sollen laut Grünen nun hydrologische und geologische Untersuchungen vorgenommen werden. Die Bezirkssprecherin ist sich bewusst, dass bis zur Umsetzung noch viele Hürden zu nehmen sind, aber: „Fortschritt findet immer dann statt, wenn mutige Generationenprojekte in Angriff genommen werden. Eine direkte Schienenverbindung ins Inntal wäre eine immense Entlastung für die leidgeplagten Außerferner“, so Karlen.

Weitaus skeptischer steht die Außerferner SPÖ im Bezirk Reutte den jüngsten Aussagen Platters gegenüber. SPÖ-Bezirkschef BR Stefan Zaggl freut sich zwar über die plötzliche Unterstützung, „aber bislang war die ÖVP eher an einer Verschärfung des Verkehrsproblems mit diversen Straßentunnelideen interessiert. Wir werden gespannt beobachten, wie sich die Position der ÖVP in dieser Frage noch entwickelt“, meint Zaggl.

So seien sich LH Platter, Verkehrsminister Hofer und die Asfinag ja einig, dass der Tschirganttunnel gebaut werden soll. Zaggl: „Durch Tschirgant- und Scheiteltunnel verlieren wir im Bezirk Reutte die 7,5-Tonnagebeschränkung. Damit eröffnen ÖVP und Grüne eine weitere Transitroute und schaden der Gesundheit der Außerferner.“

Die Straßentunnelprojekte brächten keine Lösung. „Im Gegenteil. Die Menschen im Bezirk Reutte wollen keine zweite Transitroute. Diese würde nur noch mehr Verkehr, Lärm und Luftverschmutzung bringen. Das Hauptziel der neuen SPÖ Tirol ist und bleibt daher das Bahntunnelprojekt zwischen Reutte und dem Inntal“, macht Zaggl abschließend klar. (TT, fasi)