Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 03.04.2019


Bezirk Reutte

Förderung für verwaiste Läden in Reutte greift

95 Prozent beträgt laut BM Alois Oberer die aktuelle Auslastung der Geschäftsflächen im Markt.

Im Reuttener Obermarkt steht das ehemalige Sigl-Geschäft (zwischenzeitlich auch Schlecker) seit über sechs Jahren leer.

© Mittermayr HelmutIm Reuttener Obermarkt steht das ehemalige Sigl-Geschäft (zwischenzeitlich auch Schlecker) seit über sechs Jahren leer.



Reutte – „Momentan kann ich den Bürgermeister nur loben!“ Kaufmannschaftsobmann Christian Senn lächelt fast verlegen. Als Gemeinderat der VP-„Gegenliste“ sollte er sich mit derartigen Anerkennungen ja zurückhalten, „aber er denkt wirklich wirtschaftlich!“. Gemeint sind die Bemühungen der Kommune in Sachen Leerflächenmanagement und daran angehängte Förderungen. 95 Prozent beträgt laut BM Alois Oberer die aktuelle Auslastung der Geschäftsflächen im Markt. Der Tiefpunkt lag bei rund 70 Prozent. Seit 2012 werden unterschiedliche Förderungen für Vermieter wie Pächter ausbezahlt, um Impulse zur Belebung leerstehender Geschäftsflächen zu schaffen. In den vergangenen sieben Jahren gab die Marktgemeinde Reutte dafür 400.000 € aus. Die beiden größten Problemflächen sind aktuell das ehemalige Lebensmittelgeschäft Sigl im Obermarkt (seit 2012) und Radiohaus Schweiger (seit 2018) im Untermarkt.

Die Kundenfrequenz der Kaufmannschaftsmitgliedsbetriebe, wozu längst auch große Filialisten gehören, hat sich laut Senn positiv entwickelt. Was noch nicht gelungen sei – die Besucher Ehrenbergs für den Bezirkshauptort zu interessieren –, dafür gebe es nun Vorschläge. „Ich darf aber noch nichts verraten“, erklärt Senn, der hier in Ausschüssen mitarbeitet. Diese Bekanntmachung stehe dem Marktchef zu. (hm)