Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 16.04.2019


Bezirk Kitzbühel

Einheimischen-Wohnprojekt Lindacker in Westendorf auf Schiene

In der jüngsten Gemeinderatssitzung wurde der Bebauungsplan für die Siedlung beschlossen. Misstöne gab es aber weiterhin.

Der Lindacker im Westendorfer Ortsteil Ried soll für Einheimische erschlossen werden.

© AngererDer Lindacker im Westendorfer Ortsteil Ried soll für Einheimische erschlossen werden.



Von Harald Angerer

Westendorf – Der Jubel der angehenden Häuslbauer war bis in den Sitzungssaal zu hören, nachdem der Westendorfer Gemeinderat die Freigabe für das Wohnprojekt Lindacker gegeben hatte. Seit über zwei Jahren wird an der Siedlung für Einheimische gearbeitet. Insgesamt sollen vorerst 18 Einfamilien-Reihenhäuser im Ortsteil Ried entstehen.

Zuletzt spießte es sich aber am Bebauungsplan. So galt es ein Wegservitut auf der Fläche zu klären. Beim Erstbeschluss in der März-Sitzung wurde erst öffentlich, dass es dort einen Bereich zum Wenden für Fahrzeuge gäbe. Das wurde bisher aber offenbar übersehen, zudem gab es Einsprüche der Anrainer. Bei der jüngsten Sitzung wurden diese nun behandelt – und abgelehnt. Eine Änderung gab es aber für das Grundstück Nummer 18, denn das Servitut wurde nun festgestellt. Das Grundstück verkleinert sich dadurch noch einmal um 58 m2 auf 328 m2.

Sowohl mit den betroffenen Anrainern als auch mit dem Grundstückswerber wurde diesbezüglich eine Einigung erzielt, betont Bürgermeisterin Annemarie Plieseis (WIR): „Es gibt mündliche Zusagen.“ GR Klaus Hölzl (AAB) kritisierte die Vorgangsweise. „Man hätte vorher mit den Betroffenen sprechen sollen und nicht gleich den Rechtsanwalt schicken. Das hätte uns eine Verzögerung erspart“, betonte Hölzl. Auch von Seiten der Liste Aufwind wurde betont, dass man die Bürgermeisterin schon vor fast zwei Jahren auf dieses Servitut aufmerksam gemacht hätte. „Wir lassen uns nicht als Verzögerer hinstellen, es wäre besser, selbst die Arbeit zu machen“, legte Hölzl Richtung Bürgermeisterin Plieseis nach.

Der Rechtsanwalt habe es den Betroffenen ausführlich erklärt, konterte darauf die Bürgermeisterin und sagte weiter: „Das ist Aufgabe des Grundbesitzers, nicht der Bürgermeisterin.“ Sie spielte damit darauf an, dass das Projekt gemeinsam mit dem Tiroler Bodenfonds verwirklicht wird und der auch der Grundstücksbesitzer ist. „Aber jetzt hast es dann doch du gemacht“, konterte Vizebürgermeister Walter Leitner-Hölzl (AAB). Er wies auch zum wiederholten Male darauf hin, dass der Abstand zwischen den Gebäuden mit lediglich 1,8 Metern sehr gering sei. Probleme seien hier vorprogrammiert. Plieseis verwies auf die verdichtete Bauweise, diese würde vom Bodenfonds vorgegeben. Zwischen den Interessenten gebe es aber gute Stimmung, „aber ein gewisses Entgegenkommen der Nachbarn ist sicher notwendig“, räumte auch Plieseis ein. Der Raumordnungsplan wurde mit 14 Ja- und einer Neinstimme beschlossen. Es folgt eine weitere Auflagefrist von 2+1 Wochen, danach ist er gültig.