Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 19.04.2019


Innsbruck-Land

Verwaltungskooperation: Behutsame Einstimmung auf die Fusion

Matrei, Mühlbachl und Pfons haben ihre Verwaltungskooperation offiziell gestartet. Für die Fusion verspricht LR Tratter ein hübsches Brautgeld.

Landesrat Hannes Tratter freut sich mit den Bürgermeistern Alexander Woert­z (Pfons), Alfons Rastner (Mühlbachl) und Paul Hauser (Matrei; v. l.) über den Start des gemeinsamen Gemeindeamts.

© Denise DaumLandesrat Hannes Tratter freut sich mit den Bürgermeistern Alexander Woert­z (Pfons), Alfons Rastner (Mühlbachl) und Paul Hauser (Matrei; v. l.) über den Start des gemeinsamen Gemeindeamts.



Von Denise Daum

Matrei a. Br. – Sichtlich stolz führte Bürgermeister Paul Hauser die Gäste durch das neue Verwaltungsgebäude im Herzen von Matrei am Brenner. In den ehemaligen Räumen der Polizei haben am Donnerstag die drei Gemeinden Matrei, Mühlbachl und Pfons ihre Verwaltungskooperation gestartet. Neu sind damit die zentrale Finanzverwaltung und das Bürgerservice als gemeinsame Anlaufstelle für alle Bürger. Die Gemeinde­ämter in Mühlbachl und Pfons sind nur mehr eingeschränkt (jeweils ein Vormittag und ein Nachmittag die Woche) geöffnet.

Die drei Gemeinden wollen ihre Bürger damit langsam auf die Fusion vorbereiten und einstimmen. Als nächster Schritt soll das Bauamt in Angriff genommen werden. „Ich bin überzeugt davon, dass das bestens funktioniert und die Bürger aller Gemeinden davon profitieren“, erklärt BM Hauser. Die Zusammenlegung soll dann in spätestens drei Jahren passieren – also jedenfalls vor den Gemeinderatswahlen 2022.

Landesrat Hannes Tratter gratulierte den drei Gemeinden zu ihrem Engagement. Das Land Tirol forciert Kooperationen unter den Gemeinden nicht nur, sondern fordert sie regelrecht ein. Zwangsfusionen sind jedoch tabu. „Da gibt es immer Verlierer“, erklärt Tratter. Eine freiwillige Fusion, wie sie die drei Gemeinden nun vorbereiten, begleite man jedoch gern. Auch finanziell. „Im Gemeindeausgleichsfonds ist dafür eine Art Brautgeld vorgesehen“, erklärt Tratter. Es handelt sich um einen Fixbetrag, der sich nach der Einwohnerzahl der fusionierten Gemeinden richtet. „Das ist schon eine spürbare Summe, wir reden da gleich mal von Millionen.“