Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 20.04.2019


Bezirk Schwaz

Miteinander soll mehr Sicherheit in Mayrhofen schaffen

Das Thema Sicherheit lässt in Mayrhofen keinen mehr kalt. Doch die Meinungen gehen auseinander. Beim TT-Forum wird offen diskutiert.

Beim Snowbombing tummelten sich Tausende Engländer und viele Einheimische in Mayrhofen. Zu großen Ausschreitungen kam es nicht. Aber in der restlichen Saison empfinden viele die Situation als zu unsicher.

© FankhauserBeim Snowbombing tummelten sich Tausende Engländer und viele Einheimische in Mayrhofen. Zu großen Ausschreitungen kam es nicht. Aber in der restlichen Saison empfinden viele die Situation als zu unsicher.



Von Eva-Maria Fankhauser

Mayrhofen – Kaum etwas wird derzeit in der Tourismushochburg Mayrhofen heißer diskutiert als das Thema Sicherheit. Doch die Meinungen gehen im Ort teils weit auseinander.

250 Unterschriften innerhalb von zwei Wochen hat Peter Stöckl, Obmann der Jungen VP, mit seiner Petition „Sicheres Mayrhofen“ gesammelt. Auslöser waren zahlreiche Mayrhofner, die ihn auf die Sicherheitslage und Vorfälle im Ort angesprochen haben. „Die Stimmung hat gezeigt, dass das Thema mal öffentlich diskutiert werden muss“, sagt Stöckl. Und das geschah dann auch bei einem „Sicherheitsfrühstück“ der Gemeind­e mit Experten, Betroffenen und der Polizei. Dabei wurde der Ruf nach einem zusätzlichen Beamten – vor allem in den Nachtstunden – laut.

„Ich habe bereits zweimal im Gemeinderat versucht, einen dritten Gemeinde­polizisten einzustellen, aber es wurde beide Male abgelehnt“, sagt BM Monika Wechselberger. GV Hans Jörg Moigg erklärte bereits, dass er für eine Verstärkung der Bundespolizei plädiere, da diese mehr Kompetenz hätte – die TT berichtete.

Die Diskussionen rund ums Thema Sicherheit sind in Mayr­hofen seither nicht weniger geworden. Im Gegenteil. Daher lädt die Tiroler Tageszeitung am Mittwoch, 24. April, um 19.30 Uhr im Europahaus Mayrhofen zu einer offenen Diskussion ein. Am Podium nehmen BM Monika Wechselberger, TVB-Obmann und Hotelier Andreas Hundsbichler, Bezirkspolizeikommandant Romed Giner und Johannes Sandhofer (Privatzimmervermieter und Unternehmer) Platz. Die Moderation übernimmt TT-Chefreporter Manfred Mitterwachauer. Alle Mayrhofner und Interessierte­n sind herzlich zur Teilnahme an der Diskussion eingeladen.

TT-ePaper gratis testen

Jetzt kostenlos TT-ePaper lesen, das Test-Abo endet nach 4 Wochen automatisch

Schritt 1 / 3

In nur 30 Sekunden gelangen Sie zum kostenlosen Test-Abo.

Beschwerden von Urlaubsgästen oder Wirten sind beim Tourismusverband Mayrhofen-Hippach keine eingetrudelt. Trotzdem sei man offen für Konzepte auf kommunaler Ebene. „Da unterstützen wir gerne“, sagt TVB-Geschäftsführer Andreas Lackner. Das Gefühl der mangelnden Sicherheit komme schließlich nicht von ungefähr. Man dürfe nicht die Verantwortung hin- und herschieben, und „der Tourismus ist dafür auch nicht allein verantwortlich“.

Laut Bezirkspolizeikommandant Romed Giner seien die Delikte im Vergleich zur vorigen Saison rückläufig. Sicherheitsmanko seitens der Polizei sehe er keines. Vor allem das Snowbombing sei heuer ruhig und mit wenigen Delikten abgelaufe­n. „Das hielt sich sehr in Grenzen, das waren quasi nur eine Handvoll, wenn man bedenkt, wie viel­e Leute beim Snow­bombing in Mayrhofen waren“, sagt Gine­r.

Das Snowbombing sei auch nicht das Problem. Da sind sich viele Mayrhofner einig. Immerhin ist die Polizeipräsenz in dieser Woche mit 16 Beamten pro Nacht sehr stark. Es brauche generelle Maßnahmen für die Wintersaison im Ort, denn innerhalb weniger Wochen kam es heuer zu mehreren Einzelvorfällen, die einige Bürger tief getroffen haben und andere zum Kopfschütteln brachten.

Johannes Sandhofer weiß, was sich im Ortszentrum für Szenen abspielen, und plädiert für einen „Tourismus im angenehmeren Ausmaß“. Er sieht das TT- Forum als Möglichkeit, gemeinsam an der Sicherheit im Ort und für ein „großes ganzes Miteinander“ zu arbeite­n.

Das sieht auch BM Wechsel­berger so. Sie wünscht sich laufend Gespräche, auch mit den Lokalbesitzern, wo man sich über Möglichkeiten und Maßnahmen austauschen könne.