Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 30.04.2019


Tirol

Seniorenbundchefin Zoller-Frischauf gibt die Seniorenagenden ab

Gesundheitslandesrat Tilg erbt politische Zuständigkeit von LR Zoller-Frischauf. Neo-Obfrau will Unvereinbarkeitsdebatte vermeiden.

Der Alte und die Neue: Kritzinger mit Nachfolgerin Zoller-Frischauf.

© Thomas Boehm / TTDer Alte und die Neue: Kritzinger mit Nachfolgerin Zoller-Frischauf.



Innsbruck – Ob das den neuen Ehrenobmann des Tiroler Seniorenbundes freuen wird? Nur vier Tage nachdem die unter anderem für Senioren zuständige Landesrätin Patrizia Zoller-Frischauf (VP) den Tiroler Seniorenbund übernommen hat, wird sie heute die Seniorenagenden in der Landesregierung formal auch schon wieder abgeben. Das bestätigte Zoller-Frischauf gestern auf Nachfrage der TT.

Wie berichtet, wurde Langzeitobmann Helmut Kritzinger am vergangenen Freitag von Zoller-Frischauf abgelöst. Mit einem überwältigenden Zuspruch von knapp 99 Prozent wurde die Landesrätin von den Delegierten am 16. Landestag des Seniorenbundes zur neuen Obfrau gewählt. Zoller-Frischauf setzte im TT-Interview auch darauf, dass sie dem Seniorenbund wieder mehr Gehör und politisches Gewicht verschaffen will. Umso mehr, da sie nun eben als aktive Landesrätin die Anliegen der Senioren in der Landesregierung stärker einbringen könne.

Umso kurioser mutet es daher an, wenn just Zoller-Frisch­auf nun die Senioren­agenden in der Landesregierung freiwillig abgeben will. Die Landesrätin sieht das nicht zwangsläufig so. Ihr sei bereits mit der Zusage zur Obfrauschaft im Seniorenbund klar gewesen, dass dies für sie mit eben besagter Konsequenz verbunden sein wird: „Ich bin ein genauer Mensch und will deshalb auch eine klare Regelung haben.“ Zoller-Frischauf spielt damit auf die finanziellen Förderungen an, die der Seniorenbund direkt bzw. indirekt auch vom Land erhalte. Sie könne nicht einerseits als Obfrau des Seniorenbundes um Förderungen ansuchen und zeitgleich als politisch zuständiges Regierungsmitglied das Geld per Unterschrift genehmigen: „Das muss sauber geregelt sein.“ Zoller-Frischauf will erst gar nicht den Anschein einer Unvereinbarkeit der beiden Ämter erwecken oder folglich gar eine mögliche (öffentliche) Debatte darüber vom Zaun brechen: „Recht und Optik sind nicht immer das Gleiche.“ Der Familienbereich, der weiter bei Zoller-Frischauf verbleibt, sei aber eine weite Querschnittsmaterie, der auch Senioren­agenden nicht werde ausblenden können.

Die politische Senioren-Zuständigkeit soll in der Landesregierung dem Vernehmen nach Gesundheits-LR Bernhard Tilg (VP) erben. (mami)