Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 04.05.2019


Landespolitik

Einfach die Füße im Gurglbach baumeln lassen

Die Ziele von Land Tirol, den Gemeinden Nassereith und Tarrenz sowie von Imst Tourismus beschreiben ein Sommer-Idyll.

Beim Gurglbach müssen jetzt Seitenarme künstlich angelegt werden.

© ParthBeim Gurglbach müssen jetzt Seitenarme künstlich angelegt werden.



Von Thomas Parth

Tarrenz, Nassereith – Momentan schießt das Wasser durch den vor 120 Jahren begradigten Gurglbach. Das soll sich in absehbarer Zeit, bis 2021, ändern. Bis dahin werden 1,8 Millionen Euro in die Revitalisierung des Gurglbaches geflossen sein. „Davon gut 800.000 Euro an EU-Fördermitteln“, hebt LHStv. Ingrid Felipe hervor. Sie war gestern gemeinsam mit LHStv. Josef Geisler zum Lokalaugenschein ins Gurgltal gekommen. „Dieses Projekt umfasst umfangreiche und nachhaltige Naturschutzmaßnahmen und bietet damit der Tier- und Pflanzenwelt die Möglichkeit, sich in Zukunft am natürlichen Verlauf der Gurgl wieder anzusiedeln“, so Felipe.

Parallel zur Revitalisierung des Gewässers entsteht der neue Gurgltal-Radweg. „Damit gewinnt das Naherholungsgebiet zusätzlich an Attraktivität“, freut sich auch LHStv. Geisler. Demnächst wird der gut ausgebaute Radweg zwischen Nassereith und Tarrenz asphaltiert. „Als Sportlandesrat ist es mir ein Anliegen, dass sich alle fit halten. Darauf zielt auch die Radwegoffensive des Landes ab“, so Geisler. „Gib mir ein halbes Jahr Training und ich fordere dich zum Radlrennen“, ist BM Rudolf Köll aus Tarrenz nicht um einen flotten Spruch verlegen.

Walter Michaeler von der Abteilung Umweltschutz erläutert das Projekt.
Walter Michaeler von der Abteilung Umweltschutz erläutert das Projekt.
- Parth

Ein Zusatznutzen der Radanbindung ist deren Befahrbarkeit im Notfall. Wenn es sich auf der B179 Mieminger Straße staut, können Einsatzkräfte den Radweg benutzen, um rasche Hilfe zu gewährleisten. „Damit setzen wir nach der Unterführung in Tarrenz einen weiteren Baustein der Fernpassstrategie um und bieten den Radfahrern ein unmittelbares Naturerlebnis in einem landschaftlichen Kleinod“, bestätigt Geisler.

BM Rudolf Köll, BM Herbert Kröll, LHStv. Josef Geisler mit LHStv. Ingrid Felipe und Imst-Tourismus-Obmann Hannes Staggl (r.v.l.) beim Lokalaugenschein.
BM Rudolf Köll, BM Herbert Kröll, LHStv. Josef Geisler mit LHStv. Ingrid Felipe und Imst-Tourismus-Obmann Hannes Staggl (r.v.l.) beim Lokalaugenschein.
- Parth

Den beiden Standortbürgermeistern lag am Herzen, dass Einheimische wie Touristen nicht vom Naturschutz ausgesperrt, sondern im Gegenteil dazu eingeladen werden, das Gurgltal zu besuchen.

In dieselbe Kerbe schlägt auch Imst Tourismus, wie Obmann Hannes Staggl bestätigt: „Radeln von Füssen bis zum Inntal, das ist unser Ziel. Man sieht das Tal aus neuen Blickwinkeln. Der Radweg durchs Gurgltal kommt sehr gut an. Und obendrein konnten wir in einem Zug gleich noch die Tigas- und Tinet-Leitungen integrieren.“

Fachlich begleitet werden die Baumaßnahmen durch die Abteilung Umweltschutz.