Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 07.05.2019


Landespolitik

Parlament behandelt Wolf-Petition

Landwirte im Wipptal sind nach Wolfsattacke auf Schafherde bei Sterzing alarmiert.

(Symbolbild)

© pixabay(Symbolbild)



Mauls, Innsbruck – Ein Wolfsangriff auf eine Schafherde bei Sterzing hat am Wochenende für Aufregung in Südtirol gesorgt. Wie die Südtirole­r Tageszeitung Dolomiten berichtet, wurden in Mauls elf wertvolle Jura-Zuchtschafe gerissen, ein weiteres Schaf wird noch vermisst. Fünf Tiere fanden die Züchterinnen am Sonntagmorgen totgebissen vor, sechs weitere wiesen schwere Bissverletzungen auf und mussten notgeschlachtet werden.

Für die Bauern nördlich des Brenners ist der jüngste Vorfall Wasser auf die Mühlen ihrer Befürchtungen – liegt Mauls doch gerade einmal 15 Kilometer Luftlinie von der Staatsgrenze entfernt. Schon vor geraumer Zeit haben sich Wipptaler und Stubaitaler Bauern zusammengetan und mit Unterstützung von NR Hermann Gahr (ÖVP) eine Petition zum Schutz von Nutz- und Haustieren im Parlament eingebracht. Ab heute wird ihr Anliegen in den zuständigen Ausschüssen behandelt, diese haben sechs Wochen Zeit, ihre Stellungnahmen abzugeben. „Die Situation in Südtirol spitzt sich zu. Es ist daher nur eine Frage der Zeit, bis die Wölfe auch bei uns zuschlagen und es zu gefährlichen Situationen kommt“, warnt Alexander Woertz, Gebietsbauernobmann des Wipptales. Karl Pfurtscheller, Gebietsbauernobmann im Stubaital, sieht in der Rückkehr der Wölfe eines der brennendsten Themen für die Zukunft: „Wir brauchen endlich Sicherheit für unsere Tiere und die Bevölkerung.“

Diese fordert auch NR Gahr: „Man muss sich einmal vor Augen führen, dass durch Weide- und Almvieh unser Lebensraum erhalten und geschützt wird.“ Die Politik müsse sich endlich bewusst werden, dass es unmöglich ist, alle Almen und Wiesen im Hochgebirge und im steilen, abschüssigen Gelände komplett einzuzäunen, wie es oft von Nicht-Regierungsorganisationen gefordert wird. „Verabschieden wir uns von dieser realitätsfremden Utopie. Wer schützt eigentlich unsere Nutz- und Haustiere? Wieso schaut man tatenlos zu, wie Schafe durch den Wolf gequält und getötet werden? Warum muss immer zuerst Schaden entstehen, damit gehandelt wird? Was hindert uns, den Wolf aufgrund der Bedrohung für Mensch und Tier zu jagen?“, fragt Gahr und sichert den Landwirten hierzulande seine Unterstützung zu. (np)

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