Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 11.05.2019


Bezirk Imst

Von der Ersatzbank auf den Vizebürgermeistersessel in Sautens

Nach den Turbulenzen in Sautens wurde mit Bernhard Gritsch ein Bürgermeisterstellvertreter gewählt und das Budget beschlossen.

BM Manfred Köll (r.) freut sich auf die gute Zusammenarbeit mit seinem neuen Vize Bernhard Gritsch.

© DornBM Manfred Köll (r.) freut sich auf die gute Zusammenarbeit mit seinem neuen Vize Bernhard Gritsch.



Von Agnes Dorn

Sautens – Nachdem bei der Gemeinderatssitzung vor einem Monat alle Mandatare und Ersatzmandatare der Sautner Impulse, die die Mehrheit im Dorfparlament innehatten, geschlossen zurückgetreten waren, sah es zunächst so aus, als würde es in der Ötztaler Gemeinde zu Neuwahlen kommen. Doch Bürgermeister Manfred Köll konnte schlussendlich doch noch die zwei Ersatzmandatare Bernhard Gritsch und Christoph Köfler vom Rücktritt vom Rücktritt überzeugen und so den Gemeinderat beschlussfähig halten.

Gritsch wurde nun vorgestern einstimmig zum Vizebürgermeister gewählt. Damit hat sich das Kräfteverhältnis massiv zugunsten der Bürgermeisterliste verschoben, die mit ihren sechs Stimmen nun gegenüber den verbleibenden zwei Stimmen der Sautner Impulse die Mehrheit hat. Im bisher fünfköpfigen Vorstand wird es nunmehr zwei statt drei Impuls-Sitze geben und im Überprüfungsausschuss, der bisher ebenfalls mehrheitlich in Impuls-Händen lag, ist neben den beiden Bürgermeistermandataren künftig nur Köfler vertreten, da ein Vizebürgermeister nicht Teil des Überprüfungsausschusses sein kann.

Neuer Aufsichtsrat der Bergbahnen Hochoetz und Mitglied des Aufsichtsrats des Abwasserverbands Vorderes Ötztal wird Christoph Ennemoser.

Was noch bei der letzten Sitzung zu langen Diskussionen ohne Ergebnis geführt hatte, konnte Köll nun als Erfolg für sich verbuchen: Der Haushaltsplan 2019 wurde einstimmig beschlossen, ebenso wie die Änderungen des Raumordnungskonzepts im Bereich Salchat und Büchlehn, auf die jeweils eine Bebauungsdichte von 1 gelegt wurde. Ein einstimmiger Grundsatzbeschluss zur Verbreiterung des Skiwegs beim Mohrenkopflift wurde beschlossen, ebenso wie die Flächenwidmungsänderung der Grundstücke in Unterreitle, die bereits verkauft sind und für die die Rodungsgenehmigung bereits eingeholt wurde. Der noch nicht genehmigte Kredit in der Höhe von 150.000 Euro für die Sanierung der Balbachalm, den die zurückgetretenen Mandatare dem Bürgermeister noch verwehrt hatten, wird indes erst bei der nächsten Sitzung auf der Tagesordnung stehen.

„Es hat sich gezeigt, dass man keinen Streit mehr will. Ich denke, das wird eine sehr gute Zusammenarbeit“, zeigt sich Köll zufrieden mit der neuen Zusammensetzung im Gemeinderat. „Das ist eine sehr gute Lösung“, freut er sich sichtlich über die Entwicklung.