Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 15.05.2019


Bezirk Reutte

SPÖ zweifelt an HTL-Start in Reutte ab Herbst 2020

Laut einer Anfragebeantwortung des Bildungsministeriums ist der Start der HTL in Reutte nicht garantiert.

Die HTL würde im Schulzentrum bei der HAK angesiedelt.

© MittermayrDie HTL würde im Schulzentrum bei der HAK angesiedelt.



Wien, Reutte – Aufgrund der vermeintlich kurzfristigen und unbegründeten Absage des Ministeriums hinsichtlich einer neuen Höheren Technischen Lehranstalt mit Start im heurigen Herbst in Reutte stellte SP-Nationalrat Christian Kovacevic eine parlamentarische Anfrage an Bildungsminister Heinz Faßmann (VP). Für Verwunderung sorgte jedoch nun die Beantwortung eben dieser Anfrage bei der Tiroler SPÖ. „Entgegen der medialen Berichterstattung, wonach der Start der HTL von Landeshauptmann Günther Platter und VP-Nationalrätin Elisabeth Pfurtscheller als großartiger Erfolg verkündet wurde, ist die Umsetzung auch im Herbst 2020 laut der Anfragebeantwortung keinesfalls beschlossene Sache“, heißt es in der Aussendung der Parlaments-SPÖ.

„Offensichtlich haben die Tiroler ÖVP-Politiker den Menschen etwas vorgetäuscht. Im März verkündete man noch die endgültige Bestätigung von Bundesminister Faßmann, dass es im Schuljahr 2020/21 endlich losgehen könne. Es ist äußerst bedenklich, wie Profit aus einer Sache gezogen wird, die noch lange nicht in Stein gemeißelt ist“, sagt SP-Nationalrat Christian Kovacevic.

Verwundert zeigt sich die SPÖ auch über die uneinheitliche Linie von Bundes- und Landes-VP. „Erst hatte man in Tirol eine fehlende Begründung für die Verzögerung vom Bund beklagt, jetzt stellt sich heraus, dass offenbar genau dargelegt wurde, welche Punkte seitens des Landes noch zu prüfen sind“, führt Kovacevic weiter aus.

Auch Benedikt Lentsch, Bildungssprecher der neuen SPÖ Tirol, zeigt sich enttäuscht vom verwirrenden Hin und Her zwischen Land und Bund sowie den neuen Informationen aus dem Bildungsministerium: „Diese Anfragebeantwortung lässt leider den Schluss zu, dass kein besonderes Engagement des Bundesministeriums vorhanden ist, die HTL-Klasse für Betriebsinformatik tatsächlich zu etablieren.“ Die Schule wäre für Lentsch in Reutte optimal angesiedelt und entspreche auch dem politischen Wunsch der Dezentralisierung von öffentlichen Bildungseinrichtungen. „Die HTL würde dem Fachkräftemangel entgegenwirken, neue Chancen für unsere Jugend schaffen und insgesamt natürlich auch den Wirtschaftsstandort stärken“, ist Lentsch überzeugt. Den Ball sehen Kovacevic und Lentsch nun bei der Tiroler Landesregierung: „Ohne deren Druck wird die HTL mit dem Schuljahr 2020/21 nicht starten können“, erklären die Abgeordneten unisono. (TT, hm)




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