Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 16.05.2019


Landespolitik

Finanzspritze für Häuslbauer in zwei Gemeinden

Die neuen Richtlinien zur Wohnbauförderung bringen Zuschüsse für Projekte in Walchsee und Rattenberg. Der Landflucht will man damit entgegenwirken.

(v. l.) Wohnbauförderungs-Experte Otto Flatscher, LR Beate Palfrader und VBM Barbara Trapl präsentierten die neuen Förderrichtlinien.

© Hrdina(v. l.) Wohnbauförderungs-Experte Otto Flatscher, LR Beate Palfrader und VBM Barbara Trapl präsentierten die neuen Förderrichtlinien.



Kundl – Flächen werden weniger, Grund- und Baupreise steigen, ebenso die Mieten. Um dem Problem „leistbares Wohnen“ Herr zu werden präsentierte die Tiroler Landesregierung vorgestern die neuen Förderrichtlinien – die TT berichtete. Künftig gibt es nicht nur höhere Einkommensgrenzen zur Bemessung, sondern auch mehr Zuschüsse für Miete und Wohnbau. Insgesamt investiert das Land dafür heuer 328 Mio. Euro.

Mit Finanzspritzen unterstützt werden künftig auch Wohnbauprojekte im ländlichen Raum, damit wolle man der Landflucht entgegenwirken, zeigte sich die zuständige LR Beate Palfrader beim gestrigen Pressegespräch in Kundl zuversichtlich.

Von den 80 für diese Maßnahme in Frage kommenden Gemeinden Tirols gibt es im Bezirk Kufstein gerade einmal zwei: Rattenberg und Walchsee – in Letzterer sei die Bevölkerungzahl seit 2001 um 10 Prozent zurückgegangen. „In erster Linie betrifft diese Förderung periphere Bereiche in Osttirol, Reutte und Seitentälern“, erklärte Palfrader.

Forcieren wolle man auch das 5-Euro-Wohnen. Dass die Gemeinden hierfür Grund zur Verfügung stellen, sei eine Voraussetzung, die man anstreben müsse, so die Landesrätin. „Damit wir langfristig zu günstigen Wohnungen kommen, müssen die Gemeinden Grund zur Verfügung haben.“

Für Kundls VBM Barbara Trappl sind die neuen Richtlinien ein „wichtiger Schritt in die richtige Richtung“. Auch die Marktgemeinde wachse rasant – in den vergangenen neun Jahren wurden hier 160 geförderte Neubauwohnungen und acht Reihenhäuser geschaffen. Insgesamt förderte das Land im Bezirk Kufstein im vergangenen Jahr 325 Objekte mit insgesamt 23,34 Mio. Euro.

Tirol habe im Gegensatz zu anderen Bundesländern die Wohnbauförderung noch in eigener Hand, meinte Otto Flatscher, Vorstand der Abteilung Wohnbauförderung des Landes. Aktuell seien drei Mrd. Euro an Förderungen ausständig, die sukzessive zurückgezahlt werden. (jazz)