Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 16.05.2019


Bezirk Kufstein

Wörgler Müllberge sollen künftig schrumpfen

Die Stadt Wörgl startet mit Volkshilfe und Rotem Kreuz ein Secondhand-Projekt und hofft auf Partnergemeinden.

Heinz Scherfler, Gerhard Thurner (ÖRK), Margit Exenberger (AMS), Reinhard Jennewein (Stadtwerke), BM Hedi Wechner, Kerstin Egger (Volkshilfe) und GR Richard Götz (v.l.) hoffen auf einen guten Projektstart.

© OtterHeinz Scherfler, Gerhard Thurner (ÖRK), Margit Exenberger (AMS), Reinhard Jennewein (Stadtwerke), BM Hedi Wechner, Kerstin Egger (Volkshilfe) und GR Richard Götz (v.l.) hoffen auf einen guten Projektstart.



Von Wolfgang Otter

Wörgl – Nicht wegwerfen, sondern weiterbenützen. So lautet das Motto hinkünftig in Wörgl. Mit der Initiative Re-Use wollen die Stadtgemeinde und die Stadtwerke die Abfallflut eindämmen. „Wiederverwertbarkeit allgemein zugänglich zu machen, ist Sinn und Aufgabe des Konzeptes. Dass das Arbeitsmarktservice, das Rote Kreuz und die Volkshilfe dafür gewonnen werden konnten, zeigt die Wichtigkeit des Vorhabens und auch dessen Notwendigkeit“, sagte BM Hedi Wechner bei der Präsentation. Sie will versuchen, noch weitere Gemeinden für die Initiative zu begeistern.

BM Wechner nahm auch nochmals zur scharfen Kritik aus der Bevölkerung an den Stadtwerken Stellung, als das städtische Unternehmen die Entsorgung der Altkleider dem Sozialverein WAMS entzogen hat. Wechner verwies auf die nunmehrige „Kooperation mit gemeinnützigen Unternehmen, die letztlich allen zugutekommt. Jenen, die besten Gewissens ihre gut erhaltenen, funktionsfähigen Kleidungsstücke und Geräte weggeben können, und jenen, die günstig Dinge erwerben können.“ WAMS sei in dieses Konzept nicht mehr eingebunden, da laut dem Stadtwerke-GF Reinhard Jenewein keine Gesprächsbasis für eine Kooperation gefunden werden konnte.

Die Kartons sind bei Stadtwerken, Wertstoffhof und Stadtamt erhältlich.
Die Kartons sind bei Stadtwerken, Wertstoffhof und Stadtamt erhältlich.
- Otter

Auch für Margit Exenberger, Leiterin des Arbeitsmarktservice (AMS) Kufstein, ist das Wörgler Re-Use-Konzept wertvoll. Derzeit zähle man, trotz hervorragender wirtschaftlicher Voraussetzung für Arbeitsuchende, 188 Personen, die seit bis zu einem Jahr ohne Job sind, weitere 88 finden seit über einem Jahr keine Beschäftigung. Letztere wolle man versuchen in dieses Projekt einzubinden.

Künftig können Alltagsgegenstände, die nicht mehr gebraucht werden, aber funktionstüchtig sind, in einer Sammelbox beim Wertstoffhof abgeben werden. Dort gibt es auch von den Stadtwerke-Mitarbeitern eine Sichtkontrolle. Sollten darunter Gegenstände sein, die auf den Sperrmüll gehören, müssten diese gleich kostenpflichtig entsorgt werden.

Gesucht werden Elektro­kleingeräte, Geschirr und Hausrat, Sport- und Spielgeräte. Die befüllten Re-Use-Kartons werden dann von ÖRK- und Volkshilfe-Mitarbeitern beim Wertstoffhof abgeholt und in deren Werkstätten in Wörgl gebracht. Der Secondhand-Verkauf ist Sache von Volkshilfe und Rotem Kreuz.

Start der Initiative ist am 1. Juni, die Kartons sind bei den Stadtwerken, beim Wertstoffhof und im Bürgerbüro im Stadtamt Wörgl erhältlich.