Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 17.05.2019


Reutte

HTL in Reutte: Bedarf in Betrieben wird noch mal erhoben

Wirtschaftskammer Reutte lässt SPÖ-Bedenken zu HTL nicht gelten und „geht mit Befragung in die Offensive“.

Reuttes Wirtschaftskammerobmann Christian Strigl (l.) mit Landeshauptmann Günther Platter bei der offiziellen Zusage des Landes Tirol zur HTL in Reutte.

© WK ReutteReuttes Wirtschaftskammerobmann Christian Strigl (l.) mit Landeshauptmann Günther Platter bei der offiziellen Zusage des Landes Tirol zur HTL in Reutte.



Reutte, Innsbruck – Die Erklärung der beiden Tiroler SPÖ-Abgeordneten NR Kovacevic und LA Lentsch, dass eine Anfrage-Beantwortung des Bildungsministeriums den Eindruck erwecke, dass ein HTL-Start 2020 in Reutte alles andere als in trockenen Tüchern sei, hat neben LH Platter gerade die Außerferner Initiatoren der Wirtschaftskammer ins Mark getroffen. In einer Aussendung widersprechen sie der SPÖ nun dezidiert.

„Aktuell aufkommende Zweifel vereinzelter politischer Abgeordneter an der geplanten Umsetzung sind für die Vertreter der Wirtschaftskammer äußerst befremdlich. Diese Bedenken schaffen Verunsicherung in der Bevölkerung anstatt Unterstützung für die Region.“ Bezirksstellenleiter Wolfgang Winkler sieht außerdem Parallelen zu einer früheren Diskussion: „Auch bei der Wiederansiedlung eines Augenarztes wurden in der damaligen politischen Auseinandersetzung Halbwahrheiten verbreitet und die Bevölkerung verunsichert.“ Winkler appelliert an die Adresse der Zweifler, sich lieber an den Fakten zu orientieren und sich über das neue Bildungsangebot im Außerfern zu freuen.

„Der Lehrplan ist auf die Bedürfnisse der Wirtschaft abgestimmt und die Absolventen werden am Arbeitsmarkt sehr gefragt sein“, betont WK-Bezirksobmann Christian Strigl und weist zudem darauf hin, dass bei diesem Projekt ein äußerst günstiger neuer HTL-Standort ohne Risiko entstehe, da die Infrastruktur in den Räumlichkeiten der HAK vorhanden sei. „Und die Schüler­klassen-Zahlen bringen wir zusammen“, sagt Strigl.

Die Wirtschaftsvertreter gehen außerdem in der Frage, wie viele Firmen HTL-Absolventen brauchen, in die Offensive. Hatte es doch im Ministerium nach einer ersten Untersuchung geheißen, dass 40 % der Außerferner Unternehmen keinen IT-HTLer benötigen würden. In einer vertieften Erhebung werden nun die Unternehmen in den Bezirken Imst, Landeck und Reutte zum konkreten Bedarf an entsprechenden Abgängern der IT-HTL befragt.

„Es ist traurig, dass genau jene, die nichts zur Realisierung der HTL in Reutte beigetragen haben, nun versuchen, das Projekt in Misskredit zu bringen“, weist auch ÖVP-Nationalrätin Elisabeth Pfurtscheller die Darstellung der SPÖ zurück. (hm)