Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 18.05.2019


Innsbrck

Telefonische Begleitung am Heimweg in Innsbruck geplant

Nach Grazer Vorbild will die Stadt Innsbruck ein Heimwegtelefon installieren. Die Hotline soll in der Nacht Sicherheit geben.

Frauen, die sich in der Nacht unsicher fühlen, sollen in Innsbruck schon bald telefonisch nach Hause begleitet werden.

© iStockFrauen, die sich in der Nacht unsicher fühlen, sollen in Innsbruck schon bald telefonisch nach Hause begleitet werden.



Von Denise Daum

Innsbruck – Viele Frauen – und wohl auch Männer – kennen das Gefühl, wenn einem in der Nacht auf dem Nachhauseweg irgendwie mulmig zumute ist und man sich unsicher fühlt. Für diese Fälle soll es bald eine Lösung geben. Die Stadt Innsbruck prüft derzeit die Einführung eines Heimwegtelefons. Bei der Hotline können Menschen in der Nacht anrufen und werden telefonisch bis vor die Haustür begleitet. Durch das Gespräch soll sich der Anrufer sicherer fühlen.

In der Stadt Graz gibt es das Heimwegtelefon bereits seit zweieinhalb Jahren, speziell ausgebildete Personen der „Ordnungswache“ (sprich die MÜG auf Steirisch) wickeln das ab. Besetzt ist die Hotline jeweils Freitag, Samstag und vor Feiertagen von 22 bis 3 Uhr.

„Wir haben uns das Heimwegtelefon in Graz angeschaut, das ist eine sinnvolle Einrichtung. Dort ist man sehr zufrieden“, berichtet der für Sicherheit zuständige Vizebürgermeister Franz Gruber (ÖVP). Nebenbei bemerkt hat die Stadt Graz den Innsbruckern mit diesem Projekt kürzlich den ersten Platz beim österreichischen Sicherheitspreis vor der Nase weggeschnappt.

Die Stadt Innsbruck will bei der Installierung des Heimwegtelefons mit Graz kooperieren. „Nachdem das in Graz einwandfrei funktioniert und dort noch Ressourcen frei sind, werden wir keine eigene Struktur in Innsbruck aufziehen“, erklärt Gruber. Die Anrufe werden also in die Steiermark weitergeleitet. Wiener Neustadt macht das übrigens erfolgreich seit vergangenem Oktober so.

Derzeit laufen die finalen Gespräche mit dem Kooperationspartner, sagt Gruber. Die Kosten für die Stadt Innsbruck betragen rund 5000 Euro jährlich. Für einmalige Investitionskosten wie Werbevideo, App und Implementierung rechnet Gruber mit 10.000 Euro. Geht alles glatt, soll das Heimwegtelefon ab dem Sommer laufen.

Die Initiative für das Heimwegtelefon kam von FPÖ-Stadträtin Andrea Dengg. Sie betont, dass das Angebot nicht nur für Frauen hilfreich sein werde. „Auch Männer haben immer öfter Angst und fühlen sich unsicher“, erklärt Dengg.