Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 22.05.2019


Exklusiv

Verbot auf Wanderweg: Hunde und ihre Besitzer müssen draußen bleiben

Das Problem mit den Hunden in Kitzbühel nimmt weiter zu. Nun hat ein Landwirt einen beliebten Wanderweg im Tal für Hunde gesperrt.

Hermann Huber sperrt den Wanderweg zu seinem Achrain-Hof in Kitzbühel für Hundebesitzer. Vor allem das mangelnde Verständnis der Hundebesitzer sei dafür ausschlaggebend.

© Harald AngererHermann Huber sperrt den Wanderweg zu seinem Achrain-Hof in Kitzbühel für Hundebesitzer. Vor allem das mangelnde Verständnis der Hundebesitzer sei dafür ausschlaggebend.



Von Harald Angerer

Kitzbühel – Das Thema Hunde entwickelt sich in Kitzbühel zu einem Dauerbrenner. Nun sorgt VP-Gemeinderat und Landwirt Hermann Huber für Wirbel. Denn er sperrt einen beliebten Wanderweg ab 1. Juni für Hundehalter mit ihren Vierbeinern. Das sorgt nicht nur in den sozialen Medien für Aufregung. Die Hundebesitzer fühlen sich schikaniert, andere wiederum zeigen großes Verständnis für den Grundbesitzer.

„Das kann so einfach nicht weitergehen, ein Vorfall kürzlich hat das Fass nun zum Überlaufen gebracht“, erklärt Huber gegenüber der Tiroler Tageszeitung. Es vergehe kaum ein Tag, wo es nicht zu Problemen mit Hundebesitzern kommt. „Die Menschen haben einfach kein Gespür mehr, was meins und deins ist. Sie glauben, dass die Felder neben den Wegen Parkanlagen sind“, schildert Huber. Er wolle mit dem Verbot für ein Umdenken sorgen. Um nicht als der sture, böse Bauer dazustehen, habe er auch bewusst eine Vorlaufzeit bis 1. Juni eingeräumt. „Damit können sich die Leute an die neue Situation gewöhnen“, sagt Huber.

Rechtlich sei das Verbot abgeklärt. Der Weg wird seit den 70er-Jahren vom TVB als Wanderweg gemietet und ist somit ein Privatweg. „Da habe ich gegenüber anderen Grundbesitzern sicher einen Vorteil. So kann ich den Weg sperren“, sagt Huber.

Dass es in Kitzbühel zunehmend Probleme mit freilaufenden Hunden und auch mit den Hinterlassenschaften der Tiere gibt, zeigt auch, dass in der jüngsten Gemeinderratssitzung beschlossen wurde, die Zonen, an denen Leinenpflicht herrscht, zu überarbeiten und auszuweiten. Eben genau um solche landwirtschaftliche Bereiche. Mit der Überarbeitung wurde der Ausschuss für Umwelt und Schwarzsee und jener für Land- und Forstwirtschaft beauftragt. Obmann des Zweiteren ist Hermann Huber. „Das eine hat aber mit dem anderen nichts zu tun. Wir müssen uns aber auch auf städtischer Ebene überlegen, wie wir bei den Hunden vorgehen“, sagt Huber und erklärt weiter: „Die Anzahl der schwarzen Schafe unter den Hundehaltern ist einfach zu groß.“

Vor allem der Hundekot sei für die Landwirte ein großes Problem. „Wenn wir hier aber eine Verschärfung vornehmen, müssen wir uns zuerst über die Exekutierbarkeit Gedanken machen, sonst macht das keinen Sinn“, sagt der Ausschuss-Obmann. Er befürchtet auch, dass die Situation noch schlimmer wird. „Wir versuchen es schon seit vielen Jahren mit Aufklärung und hoffen auf ein Einsehen der Hundehalter, aber das hat nichts gebracht“, beton Huber. Im Gegenteil, die Grundbesitzer und Landwirte würden zunehmend mehr beflegelt von uneinsichtigen Hundebesitzern.