Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 23.05.2019


Bezirk Schwaz

Initiative setzt sich für Jenbacher Esterhammerhaus ein

Ehemaliger Landessanitätsdirektor will mit Unterschriftenaktion die Erhaltung des Jenbacher Esterhammerhauses absichern.

Um 560.000 Euro erwarb die Marktgemeinde Jenbach vor zwei Jahren das Esterhammerhaus. Ob und wie es in Zukunft genutzt wird, hängt von der Entscheidung des Gemeinderates ab.

© DählingUm 560.000 Euro erwarb die Marktgemeinde Jenbach vor zwei Jahren das Esterhammerhaus. Ob und wie es in Zukunft genutzt wird, hängt von der Entscheidung des Gemeinderates ab.



Von Walter Zwicknagl

Jenbach – Seit zwei Jahren ist die Marktgemeinde Jenbach im Besitz des Esterhammerhauses am Marktplatz. Um rund 560.000 Euro wurde es seinerzeit gekauft. Und seit Monaten beschäftigt sich der gebürtige Jenbacher und ehemalige Landes­sanitätsdirektor Christoph Neuner mit der Zukunft dieses Hauses, das derzeit leer steht. Er hob vor Monaten die Initiative „Unser Jenbach – Für das Esterhammerhaus“ aus der Taufe und gerät ins Schwärmen, wenn er von einer künftigen Nutzung spricht. Da ist von wertvoller Architektur und Zierlichkeit, einer interessanten Dachlandschaft und der einzigartigen Wasserführung durch das Haus die Rede.

Am Freitag sind zwischen neun und 15 Uhr all jene eingeladen, die Ideen zu einer künftigen Nutzung einbringen wollen. Mit dabei sei der Innsbrucker Architekt Siegfried Zenz, wie Christoph Neuner aufzeigt.

„Wir haben das Haus am zentralen Platz gekauft, um einer Fehlnutzung vorzubeugen. Denn gestalten kann ich nur, wenn ich Besitzer bin“, sagt Bürgermeister Dietmar Wallner. Die Bandbreite reich­e von einem Teilabbruch bis zur Gemeindenutzung. Entscheiden müsse das aber der Gemeinderat. Zum gegebenen Zeitpunkt sei in dieses Thema die breite Öffentlichkeit eingebunden. Eine Herausgabe der Hauspläne sei momentan aber nicht erforderlich und auch am kommenden Freitag werde das Haus nicht geöffnet. Ein längerer Planungshorizont sei nötig, betont der Gemeindechef. Schließlich wolle man Pilot und nicht Fahrgast sein.

„Ich möchte nicht gegen die Gemeinde schießen“, betont Initiator Christoph Neuner, der mit seinem Bruder Hans­peter Neuner, einem Augenarzt im Ruhestand, das Geschehen rund um das Esterhammerhaus beobachtet und auch eine Unterschriften­aktion ins Leben rief. Zweifelsohne sei das Haus im Inneren in einem sanierungsbedürftigen Zustand. Eine Erneuerung sei zwar aufwändig, aber sehr gut möglich, betont Christoph Neuner. Voraussetzung für eine optimale Nutzung sei vor allem der Einbau eines Liftes.

„Ein interessanter Bauteil ist die ehemalige Mühle“, bekundete im Vorjahr das Bundes­denkmalamt in einer Stellungnahme. Vor allem an der Kasbachseite sei das Bauwerk noch sehr authentisch mit Baudetails aus dem 19. Jahrhundert.