Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 25.05.2019


Bezirk Imst

Chaletdorf in Obsteig neuerlich vertagt

Der Gemeinderat von Obsteig zeigt sich von dem geplanten Projekt nicht begeistert. Ein Teil der benötigten Fläche ist auch für den Straßenrückbau im Dorf vorgesehen.

Die Umwidmung dieses Grundstücks in eine standortgebundene Sonderfläche (rot-lila-gestreift) wurde auf die nächste Sitzung vertagt.

© DornDie Umwidmung dieses Grundstücks in eine standortgebundene Sonderfläche (rot-lila-gestreift) wurde auf die nächste Sitzung vertagt.



Von Agnes Dorn

Obsteig – Nach dem ersten Beschluss des Gemeinderats hat das Land hinsichtlich der Umwidmung jenes Grundstücks in Obsteig, auf dem der derzeitige außerbücherliche Eigentümer plant, ein Chaletdorf zu errichten, Bedenken geäußert. Also wurd­e nun eine privatrechtliche Vereinbarung ausgearbeitet, die bereits von der Aufsichtsbehörde geprüft und als ausreichend bezeichnet wurde. Dort wird zwischen dem Eigentümer Markus Knoll (der die Vereinbarung bereits unterzeichnet hat) und der Gemeinde Obsteig vereinbart, dass „das geplante Projekt … keinesfalls der Errichtung von Freizeitwohnsitzen dienen darf“ und der Eigentümer sich verpflichtet, „für sich und sein­e Rechtsnachfolger bei einer etwaigen Errichtung von Baulichkeiten auf den genannten Grundstücken, nur solche entsprechend ihrem geplanten Projekt und Vorhabe­n … zu errichten“.

So weit, so gut. Doch trotz dieser bereits ausgearbeiteten und unterzeichneten Vereinbarung wollte der Gemeinderat die Flächenwidmungsänderung, die der Genehmigung eines Bebauungs­plans vorangehen müsste, nicht absegnen. Und das aus einem Grund, der wenig bis gar nichts mit dem geplanten Bauprojekt zu tun hat, denn aus den ursprünglich drei Grundstücken sind inzwischen zwei hervorgegangen. Wobei das neben der Landesstraße gelegene nicht Knoll, sondern noch der Jöchlerstiftung gehört. Und die hat dieses rund 800 Quadratmeter große Grundstück bereits dem Land als Fläche zum Rückbau der Landes­straße angeboten, wie Architekt Wolfgang Tomaschko als Vertreter von Rechtsanwalt Knoll informierte.

Da der Antrag auf Änderung des Flächenwidmungsplans auch dieses Grundstück betroffen hätte und man hierzu noch keinen Beschluss fassen wollte, vertagte man auch jenen zum Chaletdorf.

Dass die Gemeinde insgesamt nicht glücklich ist mit der Lage des geplanten Bauprojekts, ist schon seit Langem klar, denn neben der Nachbarschaft zum Gewerbegebiet und den damit verbundenen, „vorprogrammierten Nutzungskonflikten“ sind weitere Details wie die Zufahrt noch nicht geklärt: „Eine Zufahrt über den Kreuzungsbereich von Gemeinde­straße und Landesstraße ist nicht möglich“, prophezeit­e Raumplaner Erich Ortner künftige Schwierigkeiten diesbezüglich.

Brisant ist die Causa aber auch deshalb, weil nur noch im heurigen Jahr die Genehmigung für ein Chaletdorf recht unbürokratisch möglich sein wird. Ab 2020 wird die dann notwendige eigene Widmung „Sonderfläche Chaletdörfer“ weitere Genehmigungskriterien vorschreiben.




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