Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 29.05.2019


Landespolitik

Zuschüsse sollen Wohnen am Land billiger machen

Die Immobilienpreise schießen durch die Decke. Daher hat das Land die Wohnbauförderung angehoben und neue Maßnahmen gesetzt.

Politik pocht auf neue Maßnahmen für leistbares Wohnen.

© Getty ImagesPolitik pocht auf neue Maßnahmen für leistbares Wohnen.



Von Eva-Maria Fankhauser

Schwaz – Egal, ob man gerne zur Miete wohnt oder sein Eigenheim plant: Wohnen ist teuer. Die Tiroler Landesregierung hat versucht, mit Neuerungen in der Wohnbauförderung das Wohnen leistbarer zu gestalten – die TT berichtete.

Vor allem für Menschen im ländlichen Raum hat sich laut Landesrätin Beate Palfrader viel getan. Denn neben der Erhöhung der Einkommensgrenzen für die Wohnbauförderung, angeglichener Mietzinsbeihilfe und höheren Förderungen für den Bau eines Eigenheimes gibt es Zuschüsse für Wohneinheiten im ländlichen Raum. „Damit wollen wir der Abwanderung in die Zentralräume entgegenwirken“, sagt Palfrader.

Immer öfter entscheiden sich junge Leute, beim Elternhaus drauf- oder dazuzubauen. Das wurde laut Otto Flatscher von der Abteilung Wohnbauförderung nun deutlich leistbarer. Als Beispiel nennt er etwa ein Elternhaus auf einem Grundstück von 500 m². Der Sohn baut für seine vierköpfige Familie das Dachgeschoss auf einer Fläche von etwa 110 m² aus. Er hat nun zwei Möglichkeiten: entweder eine Förderung von 114.400 Euro in Form eines Kredits oder 35 % als Wohnbaucheck (das wären rund 40.000 Euro). Zusätzlich gibt es noch einen Zuschuss von 16.520 Euro bei beiden Varianten – ein Zuschuss, der nicht zurückgezahlt werden muss.

Für BM Hans Lintner und BH Michael Brandl sind die Neuerungen der Wohnbauförderung wichtige Maßnahmen für den Bezirk und die Silberstadt. Laut Brandl wurden im Vorjahr rund 1325 Förderungsansuchen in der Bezirkshauptmannschaft behandelt, was zu einer Auszahlung von rund 13,8 Millionen Euro führte. Besonders freut BM Lintner zudem die Erhöhung der Unterstützung für die Errichtung von Alten- und Pflegeheimplätzen, da gerade in Schwaz kräftig erweitert werde.

Auch ein zweites 5-Euro-Wohnprojekt ist mit der Neuen Heimat Tirol in Ausarbeitung, wie GF Hannes Gschwentner bestätigt. „Das ist kein Marketingschmäh, sondern Realität, wenn sich alle bemühen“, sagt er. Bei einer Bürgermeisterversammlung wurde dieses Projekt auch anderen Gemeinden ans Herz gelegt.