Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 29.05.2019


Bezirk Imst

Kinderreiches Längenfeld steht vor Herausforderung

Wo eine zusätzliche Kindergartengruppe unterkommen könnte, darüber denken Politiker und Bürger intensiv nach.

In Längenfeld (Bild) ringt die Gemeindeführung um die Kinderbetreuung. Die Bemühungen gipfeln vorerst in einer Bürgerversammlung kommenden Montag, 3. Juni, um 19 Uhr, im Gemeindesaal.

© Ennemoser/Ötztal TourismusIn Längenfeld (Bild) ringt die Gemeindeführung um die Kinderbetreuung. Die Bemühungen gipfeln vorerst in einer Bürgerversammlung kommenden Montag, 3. Juni, um 19 Uhr, im Gemeindesaal.



Von Thomas Parth

Längenfeld – Längenfeld mit gut und gerne 5000 Einwohnern ist mit entsprechendem Kinderreichtum gesegnet. Dem Versorgungsauftrag kommt man in fünf Kindergärten, einer Kinderkrippe, Hort und Schulen für insgesamt 600 Kinder nach. „Aktuell sind es die Kindergärten in Huben und Dorf, die voll sind“, spricht die Obfrau des Bildungsausschusses, Rebecca Kammerlander, die aktuell prekäre Situation an. Auch für das „Spatzennest“, die Kinderkrippe in Huben, würden die Zahlen für die Anmeldungen von aktuell 28 auf 41 Kinder im Herbst hochschnellen.

BM Richard Grüner informierte in der jüngsten Gemeinderatssitzung die Bürgervertreter darüber, dass man kaum um eine zumindest zweisemestrige Überbrückung der Raumnot herumkommen werde. Der Dorfchef begründet seine Prognose mit einer kürzlich durchgeführten Bedarfserhebung. Diese habe ergeben, dass laut der vorliegenden Geburtenzahlen in zwei Jahren gar 191 Plätze benötigt würden – vorausgesetzt, die Eltern melden alle Kinder für den Kindergarten an.

Angesichts dieser Sachlage diskutierte man im Gemeinderat mögliche Ausweichquartiere. Der Bürgermeister regte ein Ausweichen einer Gruppe in die alte Volksschule in Gries, die dafür zu adaptieren wäre, an. Einen „Plan B“ für diese eher unbeliebte Maßnahme könnte die Installation mehrerer Container neben der Volksschule bzw. Kindergarten in Huben darstellen. Sogar ein Waldkindergarten wurde angedacht.

GR Armin Wilhelm brachte sich in die Diskussion ein, um den Funpark Ötztal als alternativen Ausweichort ins Spiel zu bringen. „Das finde ich persönlich eine sehr gute Idee“, lobt BM Grüner dieses Engagement. Im Funpark in Huben könnte auf eine bestehende Infrastruktur mit WC-Anlagen zurückgegriffen werden. „Dort fand bereits die Sommerbetreuung statt“, weiß GR Wilhelm: „Der Funpark steht den ganzen Winter und einige Tage im Frühjahr und Herbst ohnehin leer. Vielleicht ist das die beste Alternative zu den Containern.“

Den Eltern brenne die Frage unter den Nägeln, wohin sie ihr Kind im Herbst schicken, ruft GR Rebecca Kammerlander in Erinnerung und stellt klar: „Für mich kommt Gries als Ausweichstandort nicht in Frage.“ Auch ein Waldkindergarten sei, allein schon wegen der Höhenlage und der klimatischen Verhältnisse Längenfelds und wegen der zu kurzen Vorlaufzeit, wenig realistisch. Fix sei, dass eine weitere Kindergartengruppe kommen werde, wofür jedoch noch weiteres Personal benötigt werde. Die Container-Lösung mit Anbindung an den Kindergarten sei, laut Kammerlander, akzeptabel. Die Qualität der Container sei für eine Überbrückung ausreichend. „Die Zeit drängt“, pocht GR Kammerlander auf eine rasche Entscheidungsfindung: „Am 12. Juni wird die Einschreibung durchgeführt.“

Bereits nächste Woche Montag, den 3. Juni, um 19 Uhr, nimmt sich eine Bürgerversammlung im Gemeindesaal des Themas „Herausforderung Kinderbetreuung“ umfassend an.