Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 05.06.2019


Bezirk Reutte

Riesenturm in Elbigenalp „abgewürgt“

Die Bürgerversammlung im „Duarf“ reichte von Lawinen vor der Haustüre bis zu nicht finanzierbarer Straßensanierung.

Bürgermeister Markus Gerber präsentierte stolz die Eckdaten der Gemeinde Elbigenalp.

© Mittermayr HelmutBürgermeister Markus Gerber präsentierte stolz die Eckdaten der Gemeinde Elbigenalp.



Von Helmut Mittermayr

Elbigenalp – Markus Gerber hat es sich zur Gewohnheit gemacht, das Schalten und Walten der Gemeindeführung in Elbigenalp jährlich zu präsentieren und sich den Fragen der Bevölkerung zu stellen. Der Bürgermeister konnte kürzlich rund 100 Interessierte zur Bürgerversammlung im Gemeindesaal begrüßen. Die Bandbreite kommunaler Arbeit reichte dann vom Clinch mit Mobilfunkanbietern bis zu kaputten Straßen, die wegen des knappen Budgets wohl nur eine neue Asphaltdecke bekommen werden.

Ein 24 Meter hoher „schiacher“ Mobilfunksendemast mitten im Ort war von der Gemeinde „sofort abgewürgt“ worden, ließ der Bürgermeister wissen – wie hätte denn das ausgesehen. Auch die Strahlung wäre sicher Thema geworden. Derzeit sei das Projekt Lichtwellenleiter und Erdkabel voll im Laufen. Die Zukunft beim Festnetz heiße Glasfaser – und damit werde jeder Haushalt versorgt. Da dies die öffentliche Hand so stark fördere, sei garantiert, dass einwohnerschwache Regionen, wie etwa die Oberlechtaler Gemeinden, die für private Anbieter nur wenig interessant seien, trotzdem in den Genuss der superschnellen Datenleitungen kommen. „Ein einzigartiges Tiroler Modell“, lobte Gerber die Landesregierung.

Den Jahresabschluss 2018 präsentierte dann Vize-BM Herbert Walch. Rund 2,3 Millionen Euro waren abgearbeitet worden. Das Duarfer Center, das eine finanzielle Punktlandung hinlegte, hatte die Schuldenlast natürlich nach oben schnellen lassen. Ohne dieses Projekt wäre Elbigenalp sogar schuldenfrei. Der aktuelle Verschuldungsgrad beträgt 66 Prozent. Obwohl um 100.000 Euro mehr als geplant verbaut worden seien, wären beim 4,88-Millionen-Bauwerk sogar 45.000 Euro „übrig“ geblieben. Der Dank von Vize und Gemeindechef galt hier ausdrücklich Architekt Peter Gladbach.

Auch die außerordentliche Arbeit der Lawinenkommission im heurigen Winter hob BM Gerber hervor. 29-mal musste sie zusammentreten, auch Evakuierungen anordnen. Das sei alles nicht so lustig gewesen, wenn „die Lahne so nah zu die Heiser kimmt“. Man wolle bei der geplanten Verbauung der „Holdernach“ nun lästig bleiben.

Wünsche aus Grünau betreffend Sanierung eines 800 m langen Straßenstücks werden auf Grund des klammen Budgets wohl unerfüllt bleiben. Zumindest die Komplettsanierung, „diese würde 600.000 Euro kosten“, ließ Gerber wissen. Er kündigte aber an, dass vielleicht nur ein neuer Asphalt aufgebracht werden könne. Was immer noch 100.000 benötige – und keine Förderung möglich sei. Denn „dia in Innsbruck sei ja kuane ganzn Låpen. Grünau isch sinsch o no zu erreichn.“ Ein Radfahrverbot für die ramponierte Strecke ist angedacht.