Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 05.06.2019


Osttirol

Fahrverbot in der Lienzer Innenstadt gilt nur für „Kauf-Muffel“

Ab 7. Juni gilt in der Innenstadt in Lienz ein Fahrverbot für alle Kfz, mit einer großen Ausnahme: Wer etwas erledigen will, darf hinein.

Der Johannesplatz: Nicht nur Radler dürfen durchfahren, sondern auch Autolenker – unter den Bedingungen des Anrainerverkehrs.

© Lenzer/Stadt LienzDer Johannesplatz: Nicht nur Radler dürfen durchfahren, sondern auch Autolenker – unter den Bedingungen des Anrainerverkehrs.



Von Catharina Oblasser

Lienz – In wenigen Tagen tritt eine Verkehrsregelung in Kraft, die für die Lienzer Innenstadt gilt. Die Bezirkshauptmannschaft verordnet auf Anregung der Stadtgemeinde ein Fahrverbot für alle Kraftfahrzeuge (Kfz) ab Freitag, den 7. Juni. Das gilt nicht nur für die Fußgängerzone wie den Hauptplatz, sondern darüber hinaus: Konkret sind Messinggasse, Kreuzgasse, Rosengasse, Johannesplatz, Schulstraße und Muchargasse betroffen. Ausgenommen sind Lieferanten zwischen 6.30 und 10 Uhr, Anrainer und der so genannte „Anrainerverkehr“.

Was darunter zu verstehen ist, lässt sich ganz salopp mit einem „Fahrverbot für Kauf-Muffel“ umschreiben. Nur jene, die nicht vorhaben, in der Innenstadt etwas zu kaufen oder zu erledigen, sind von dem Fahrverbot betroffen. Es ist also weiterhin erlaubt, mit dem Auto vor die Apotheke zu fahren, um dort etwas zu besorgen oder die Oma abzuholen. Man kann in die Innenstadt fahren, um in der Trafik ein Rubbellos zu kaufen, den Versicherungsberater aufzusuchen, ins Kaffeehaus zu gehen und so weiter. Was aber nicht erlaubt ist: durch die Innenstadt bloß durchzufahren, um Zeit zu sparen oder den Umweg über die Bundesstraße zu vermeiden.

„Die neue Verordnung ist ein Signal“, erklärt die Lienzer Bürgermeisterin Elisabeth Blanik. „Wir sagen damit: Bitte fahrt nicht durch unsere Innenstadt durch. Fahrt nur hinein, wenn ihr etwas erledigen wollt.“ Der Bürgermeisterin ist auch bewusst, dass die Kontrolle der neuen Verordnung nicht ganz einfach sein wird. Schließlich kann man von den Leuten nicht verlangen, dass sie ein gekauftes „Beweisstück“ vorzeigen, wenn die Polizei sie aufhält. „Das haben wir mit der Exekutive abgesprochen“, sagt Blanik.

Kenntlich gemacht wird das neue Fahrverbot durch Verkehrszeichen in der Messing- und Kreuzgasse sowie in der Schulstraße und Muchargasse.




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