Letztes Update am Mi, 05.06.2019 07:34

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Tirol

Olympiaworld: Bielowski-Nachfolge geklärt, Defizit geringer als budgetiert

Olympiaworld-Prokurist Schipflinger wird neuer OSVI-Geschäftsführer. Das Minus für 2018 (2,06 Mio. Euro) liegt mit 414.000 Euro unter Plan.

Die Olympiaworld (OSVI) in Innsbruck.

© TT/ BöhmDie Olympiaworld (OSVI) in Innsbruck.



Von Manfred Mitterwachauer

Innsbruck – Eigentlich war sie für den 12. Juni anberaumt. Und doch ging es dann ganz schnell. Kurzfristig wurde gestern eine außerordentliche Gesellschafterversammlung der Olympia Sport- und Veranstaltungszentrum Innsbruck GmbH (Olympiaworld oder auch OSVI) einberufen. Und in der wurde – wie berichtet und allseits erwartet – der bisherige langjährige Prokurist Matthias Schipflinger aus einem Dreiervorschlag zum neuen Geschäftsführer bestellt. Er wird Michael Bielowski nachfolgen.

Bielowski hatte deshalb gestern gleich doppelten Grund zur Freude. Einerseits, weil sein Prokurist das Rennen machte, andererseits, weil er am Vormittag dem Aufsichtsrat eine durchaus erfreuliche Bilanz für das abgelaufene Jahr legen konnte. Demnach konnte die Gesellschaft, die je zur Hälfte im Eigentum von Land und Stadt Innsbruck steht, das budgetierte Defizit um 414.000 Euro unterschreiten. Somit gilt es für die Gesellschafter lediglich ein negatives Betriebsergebnis von 2,066 Millionen Euro (je zur Hälfte) auszugleichen. Die Betriebsleistung konnte in Summe auf 9,81 Mio. € gesteigert werden (2017: 9,2 Mio. €). Die Umsatzerlöse kletterten von 5,55 Mio. € (2017) auf 6,02 Mio. €, sonstige betriebliche Erträge schlugen mit 3,79 Mio. € zu Buche (3,64 Mio. €). Der Deckungsgrad stieg auf knapp über 65 Prozent, wie Bielowski erklärt: „Als ich angefangen habe, waren es an die 50 Prozent.“ Das war im Jahr 2006. Seit 2004 hat sich das Gesamtbudget auf 11,6 Mio. € (2018) nahezu verdoppelt.

Einer der Gründe für den positiven Trend ist laut Bielowski eine Steigerung der Auslastung bei gleichbleibenden Kosten. Im Veranstaltungsbereich setze man verstärkt auf Eigenveranstaltungen („Die Konzentration im internationalen Veranstaltungsbereich zwingt uns dazu“), der Einsatz neuer Technik ermögliche es, schnellere Umbauten und somit auch mehr Veranstaltungen zu akquirieren. Allein 2018 wurden 1,23 Mio. € investiert, allen voran in Tribünen (240.000 €), Tivoli-Rasen (250.000 €) oder Umbau der Cheerleader-Halle (197.000 €). Nunmehr konnte auch die Sanierung des Eisschnelllaufrings (nach erfolgter Mängelbehebung) rechnerisch abgeschlossen werden – statt 6,6 Mio. € fielen letztlich in Summe 5,4 Mio. € an.

Dass trotz allem ein Minus im Betriebsergebnis herauskomme, sei der Tatsache geschuldet, dass die OSVI allen Nutzern der Sportanlagen lediglich 30 Prozent des tatsächlichen Tarifs verrechnen darf. So wollen es Stadt und Land. Und auch die von den Gesellschaftern beschlossenen und seit 2010 jährlich fälligen 300.000 Euro an Sponsorgeld für den FC Wacker – gegen welche der Aufsichtsrat der OSVI regelmäßig stimme – fallen da ins Gewicht, so Bielowski. 23 Sportverbände mit 150 bis 170 Vereinen trainieren an der OSVI.

Matthias Schipflinger (zweiter von links) auf einem Archivbild.
Matthias Schipflinger (zweiter von links) auf einem Archivbild.
- Michael Kristen

Die Arbeit wird Bielowskis Nachfolger nicht ausgehen. Das Dach der Olympiahalle (derzeit: rund 70 Prozent Auslastung übers Jahr) ist sanierungsbedürftig, ebenso der Wohntrakt im Landessportzentrum (rund 15.000 Nächtigungen

Jahr) und der Auslauf des Igler Eiskanals.