Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 14.06.2019


Bezirk Landeck

Pians im Nachdenkprozess zur Dorfentwicklung 2030

Mandatare, Experten und die Bevölkerung sollen bei den „strategischen Plänen“ mitreden. Fehlende Hausapotheke bleibt große Herausforderung.

Die Häuserzeile mit dem ehemaligen Gasthof Post (l.) bildet ein historisches Ensemble im Sannadorf.

© WenzelDie Häuserzeile mit dem ehemaligen Gasthof Post (l.) bildet ein historisches Ensemble im Sannadorf.



Von Helmut Wenzel

Pians – Was soll sich im Sannadorf bis zum Jahr 2030 alles verändern? – Die Gemeindeführung mit Bürgermeister Harald Bonelli will nichts dem Zufall überlassen und hat einen breiten Dorfentwicklungsprozess eingeleitet. „Mir ist wichtig, dass die Bevölkerung bestmöglich eingebunden wird“, hob er diese Woche bei der Projektpräsentation hervor. Freuen würde er sich vor allem über aktive Beteiligung der jüngeren Generation. „Es wird einen eigenen Jugendtag mit Meinungsbildungsprozess geben.“

Den Piannern (810 Einwohner) sind in den vergangenen Jahren die Hausapotheke, Bäckerei, Bank, Bankomat, Postamt und Lebensmittel-Nahversorger abhandengekommen. Zwei Gasthäuser haben zugesperrt, die Gemeinde besitzt weder Bau- noch Gewerbegrundstücke. Zumindest die Fleischwarenversorgung ist dank Handl Tyrol gesichert.

„Trotzdem sind wir eine Wachstumsgemeinde“, schilderte Bonelli. „Derzeit haben wir 39 Kinder im Kindergarten, wobei diese Betreuungseinrichtung für 40 Kinder zugelassen ist. Also müssen wir über neue Lösungen nachdenken. Das gilt auch für die Volksschule.“

Auf der „Pianner Höhe“ soll eine Arztordination mit Hausapotheke entstehen.
Auf der „Pianner Höhe“ soll eine Arztordination mit Hausapotheke entstehen.
- Wenzel

Großer Wunsch im kleinsten Dorf des Bezirkes (2,89 km²) ist laut Bürgermeister ein Naherholungsgebiet. Freiräume zur Freizeitgestaltung sollen augelotet werden. Die Nachfrage nach Wohnraum soll mit Projekten gemeinnütziger Wohnbauträger befriedigt werden.

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Prozessbegleiter Magnus Gratl (l.) mit BM Harald Bonelli.
Prozessbegleiter Magnus Gratl (l.) mit BM Harald Bonelli.
- Wenzel

Dass Sprengelarzt Richard Antwi seit 2014 – wegen gesetzlicher Vorgaben – keine Hausapotheke führen darf, ließ kürzlich die Wogen der Empörung hochgehen. „Wir prüfen die Möglichkeit, die Ordination auf die Pianner Höhe zu verlegen“, sagte Bonelli. „Wobei die Messung zum geforderten Sechs-Kilometer-Abstand zur Stadtapotheke in Landeck eine heikle Sache ist.“ Zudem brauche man Hilfe von Nationalräten. Eigentlich sei die Gemeinde beim Thema Hausapotheke „nicht direkt zuständig“. Aber in der Bevölkerung habe die Apotheke hohe Priorität.

Prozessbegleiter für die Weiterentwicklung des Dorfes ist Magnus Gratl vom Gemeindedienstleister GemNova. „Wichtig ist, dass wir gemeinsam zu umsetzbaren Ergebnissen kommen.“ Die Eckpfeiler im Pianner Dorferneuerungsprozess sollen in Workshops bis Jahresende schriftlich fixiert werden.