Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 15.06.2019


Bezirk Landeck

Master-Studiengang nur noch zu einem Viertel Landecker

Der Genehmigungsprozess für das neue Masterstudium geht ins Finale. Der Standort Landeck kommt weniger zum Zug als gedacht.

Die Studiengangsleiter Gottfried Tappeiner (l.) und Peter Heimerl (2. v. r.) begrüßten Landtagsvizepräsident Toni Mattle (r.) und Dekan Markus Walzl beim Sommerfest des Bachelorstudiums in Landeck.

© ReichleDie Studiengangsleiter Gottfried Tappeiner (l.) und Peter Heimerl (2. v. r.) begrüßten Landtagsvizepräsident Toni Mattle (r.) und Dekan Markus Walzl beim Sommerfest des Bachelorstudiums in Landeck.



Von Matthias Reichle

Landeck – Man könnte es auch als Meister-Prüfung bezeichnen: Am 3. Juli entscheidet die zuständige Akkreditierungsbehörde, die AQ Austria, über die Zulassung des neuen Masterstudienprogramms „Nachhaltige Regional- und Destinationsentwicklung“. Neben dem Bachelorstudium „Wirtschaft, Gesundheits- und Sporttourismus“ wäre es bereits das zweite universitäre Angebot, das die UMIT gemeinsam mit der Universität Innsbruck in der Bezirksstadt Landeck anbietet. Es soll im Herbst starten – die Akkreditierung und Genehmigung durch das Bildungsministerium vorausgesetzt.

Aber wie viel Oberland steckt noch im Studium? Es dürfte weniger sein als ursprünglich gedacht. Im vergangenen Jahr hieß es noch, die Vorlesungen würden je zur Hälfte im Bezirk und in Innsbruck stattfinden. Die zuständigen Professoren sprechen nun von 20 Prozent bis zu einem Drittel der Stunden, die auf den Standort Land­eck fallen.

„Überall, wo es um einen Praxisbezug geht oder um Feldforschung, da brauchen wir die Tourismusregion – leider ist das ein geringeres Ausmaß“, erklärt Studiengangsleiter Peter Heimerl. Der Rest der Lehrveranstaltungen soll demnach in Innsbruck oder Hall abgehalten werden. Er bedauert, dass Landeck nicht stärker zum Zug gekommen ist. Man habe das Bestmögliche getan, um möglichst viel hier zu behalten. Vom Raumangebot sei das möglich gewesen. Dass die Masterstudenten künftig Landeck auch als Wohnort wählen, ist nun eher unwahrscheinlich geworden.

„Es geht darum, dass sie in einem Wissenschaftsumfeld studieren können“, erklärt Dekan Markus Walzl diese Aufteilung zwischen den Standorten. „Die Anbindung an die Forschung ist bei einem Master wichtig, beim Bachelor ist es die Praxis.“ Er spricht von einem Entscheidungsprozess der beteiligten Universitäten. „Es ist ein Studium, das stark mit dem Oberland vernetzt sein wird.“ Die Abschlussarbeit, die einen Praxisbezug hat, wird im Oberland verwurzelt sein.

Die Lehrveranstaltungen in Landeck werden für die Studenten geblockt, um für sie das Pendeln zu erleichtern. „Einen Standortwechsel untertags wird es nicht geben“, so Heimerl. Sein Kollege Gottfried Tappeiner kann dem „Klausurcharakter“ dieser Lehrveranstaltungen Positives abgewinnen. Man werde das nutzen. Er bedauert aber, dass man in der Kommunikation jetzt nicht mehr mit dem „Landecker Master“ werben könne. Das hätte einen Markenwert.

Er lobte das Bachelorstudium als ein Erfolgsmodell. „Wir haben die meisten prüfungsaktiven Studenten.“ Das führt auch zu einer extrem kurzen Studiendauer.

Für das Masterstudium trudeln inzwischen bereits die ersten Anmeldungen ein, wie Heimerl betonte. Man sei sehr zuversichtlich, alle Genehmigungen rechtzeitig zu bekommen.