Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom So, 16.06.2019


Exklusiv

Hetzjagd gegen Hauser, Verfassungsschutz ermittelt

FPÖ-Nationalrat Gerald Hauser wird seit Wochen anonym attackiert und verunglimpft.

© www.brunner-images.atFPÖ-Nationalrat Gerald Hauser wird seit Wochen anonym attackiert und verunglimpft.



Eine Hetzjagd ist in der Osttiroler Heimatgemeinde von FPÖ-Nationalrat Gerald Hauser im Gange. Seit dem Ibiza-Video macht jetzt wieder eine „Gemeinschaft gegen Hauser" in St. Jakob mobil und schreckt vor keinem Mittel zurück. Nach ano­nymen Briefen, in denen Hauser für den Verkauf der Pension Enzian an das Freiheitliche Bildungsinstitut verantwortlich gemacht wird, eskalierte am Samstag die Situation. Bereits in dem Pamphlet wurden „weitere Aktionen nicht ausgeschlossen". Vor Hausers Haus entsorgten Unbekannte die Nachgeburt eines Tieres. Das wurde früher als Drohung dafür verwendet, dass jemand aus dem Ort verschwinden solle.

Die Polizei Matrei in Osttirol hat Ermittlungen aufgenommen und den Verfassungsschutz eingeschaltet. Hauser hofft auf die Ausforschung der Täter, „mit einer gentechnischen Untersuchung sollte eine Zuordnung möglich sein. So viele Jungkälber wird es ja nicht geben."

Über die Hetzjagd gegen ihn ist Hauser entsetzt. „Alles rund um den Verkauf war korrekt, ich hatte außerdem nichts damit zu tun. Das Haus wurde von der Vorbesitzerin einem Makler angeboten und der Verein hat es erworben." Wie die TT berichtete, wurde die Pension vom 2011 gegründeten Verein „Freiheitliches Bildungsinstitut St. Jakob" der Wiener FPÖ im Jahr 2012 um 310.400 Euro gekauft. Zuletzt forderte u. a. ÖVP-LA Hermann Kuenz Aufklärung von Hauser über die Umstände des Verkaufs der Pension. Die aktuellen Vorgänge verurteilt Kuenz scharf. „Ich hoffe, die Täter werden ausgeforscht, das darf es bei uns sicher nicht geben."

Für Gerald Hauser, der bis 2016 Bürgermeister von St. Jakob war, ist nach drei Jahren „Hetze und Lügenverbreitung über mich und meine Familie genug. Was kommt als Nächstes? Wird unser Haus angezündet, werden die Reifen meines Autos, das vor der Tür steht, manipuliert?" Der über die Parteigrenzen hinaus geschätzte blaue Nationalrat, der in seiner Zeit als Tiroler FPÖ-Chef eine scharfe Trennlinie zu Rechts gezogen hat, stellt sich schützend vor seine Familie. Und „ich lass­e mich sicher nicht aus dem Ort vertreiben". (pn)