Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 18.06.2019


Exklusiv

Studienplatz-Obergrenze für MCI-Neubau eingezogen

Landesregierung beschließt Maximalzahl von 3300 Plätzen. MCI muss Entwicklungsplan bis 2025 vorlegen. Architektenbüro klagt jetzt ebenfalls.

Das MCI-Haupthaus in Innsbruck. Der Neubau ist längst beschlossene Sache – im Herbst soll das Projekt nun neu aufgesetzt werden.

© Robert PariggerDas MCI-Haupthaus in Innsbruck. Der Neubau ist längst beschlossene Sache – im Herbst soll das Projekt nun neu aufgesetzt werden.



Von Manfred Mitterwachauer

Innsbruck – Die Geschichte des geplanten MCI-Neubaus am derzeitigen Busparkplatz am Fennerareal in der Innsbrucker Kaiserjägerstraße ist keine einfache. Und wird es auch nicht mehr werden. Landesrat Johannes Tratter (VP) hat die Umsetzung des Siegerprojektes aufgrund der Kostenentwicklung gestoppt und verworfen. Mit Herbst soll mittels eines „wettbewerblichen Dialogs“ ein neue­s Projekt aufgesetzt werden. Die Architektenkammer hegt Zweifel, das Land sieht keine andere Alternative. Nach Vorbehalten soll nun aber auch die Stadt damit einverstanden sein. Dass das Projekt letztlich billiger wird als die zuletzt durchgeführte Kostenschätzung des Landes von rund 132 Mio. €, glaubt ohnedies kaum einer mehr.

Das Land hat jedoch – wie kürzlich berichtet – angekündigt, die Generalplaner des einstigen Siegerprojektes klagen zu wollen. Es geht um das Planungshonorar und erbrachte Leistungen. Nachdem Vergleichgespräche aus Sicht des Landes gescheitert waren, will man die bereits ausbezahlten 1,2 Mio. € an Honorar zurück. Rechtlich soll das u. a. damit begründet sein, dass die wegen der zu hohen Kosten geforderten Redimensionierungen des Projektes nicht erfüllt worden seien.

„Bei uns ist noch keine Klage eingetroffen“, heißt es dazu gestern in einer Stellungnahme der betreffenden Wiener Architekten, Habeler & Kirchweger Architekten ZT GmbH. Das Vorgehen des Landes trifft auf Unverständnis: „Es hat nie konkrete Vergleichsverhandlungen gegeben.“ Aus ihrer Sicht geht es um noch offene Honorare für bereits erbrachte Leistungen in der Höhe von rund 500.000 Euro: „Wir sind als Generalplaner allein schon gegenüber unseren Fach- und Subplanern dazu verpflichtet, alles zu tun, um die ausstehenden Honorare zu erhalten. Uns bleibt nichts anderes übrig, als auch zu klagen.“ Und zwar das Amt der Tiroler Landesregierung als Auslober und Auftrag­geber des MCI-Neubaus. Die Einbringung der Klage stünde „unmittelbar bevor“.

Indes hat die Landesregierung kürzlich dem MCI in einem Grundsatzbeschluss ein­e Studienplatz-Obergrenze aufgebrummt. Das maximale Kontingent für akkreditiert­e und öffentlich finanzierte Studienplätze beträgt demnach 3300 Stück (ohne Weiterbildungsplätze). Diese Anzahl soll die Grundlage für die nun neu zu treffende Dimensionierung (Raum- und Funktionsplanung) des MCI-Neubaus bilden. Rektor An­dreas Altmann bestätigte gestern gegenüber der TT, dass dies mit ihm akkordiert sei. Das MCI habe diesbezügliche Berechnungen angestellt. Für die alten MCI-Pläne war von 2750 Plätzen (ohne Weiterbildung) ausgegangen worden.

Die Landesregierung schreibt dem MCI aber des Weiteren vor, dass zusätzliche Studienplätze nur im Rahmen interner Studienangebots-Umschichtungen möglich sein dürfen. Ist räumlicher Bedarf für Weiterbildungsprogramme nötig, hat das MCI Lehrveranstaltungen auf Wochenenden oder Ferienzeiten zu legen. Zudem muss garantiert sein, dass mit Bezug des Neubaus alle bisherigen Mietverträge für ausgelagert­e MCI-Einrichtungen aufgelöst seien. Darüber hinaus hat Altmann der Landesregierung einen Entwicklungsplan 2021–2025 vorzulegen. Dies, um mit dem Angebot nicht Hochschulen des Campus Tirol zu konkurrenzieren.