Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 25.06.2019


Bezirk Kitzbühel

Verkehr, Wohnen und Soziales als große Themen in St. Johann

Der frisch gewählte St. Johanner Bürgermeister Hubert Almberger versucht, nicht mehr auszugeben, als die Gemeinde einnimmt.

Der St. Johanner Bürgermeister Hubert Almberger vor seiner „neuen Arbeitsstätte“.

© Michael MaderDer St. Johanner Bürgermeister Hubert Almberger vor seiner „neuen Arbeitsstätte“.



Von Michael Mader

St. Johann i. T. – Gemeinsam etwas weiterbringen möchte Bürgermeister Hubert Almberger ins Sachen Verkehr, von dem es in der Marktgemeinde ja nicht gerade wenig gebe: „Da werden wir uns ganz fest hineinhängen müssen. Aber wir schaffen das.“

Das Thema Wohnen sei derzeit ja in aller Munde und scheinbar auch für die St. Johanner Bevölkerung und vor allem für die Jugend sehr wichtig. „Ich verspüre das am eigenen Leib. Mein Sohn sagt, dass er sich nicht hinaussehen würde, in St. Johann etwas Eigenes zu schaffen. Ich glaube, da liegt die Verantwortung bei uns, dass wir uns wirklich bemühen – auch im Zuge des Raumordnungskonzepts –, Wohnen wieder ein bisschen leistbarer zu machen. Ich geh­e davon aus, dass wir da alle an einem Strang ziehen werden.“

Zudem richtet Almberger einen Appell an alle Gemeinderäte: „Die Umwelt sollte uns ein großes Anliegen sein, ebenso wie das e5-Programm. Ich mache gerade dem Bauausschuss ziemlich Druck, was unsere Energieeffizienz betrifft. Es gibt keinen Ausschuss mehr, in dem wir das Thema Umwelt nicht eh schon drinnen haben.“

Als eine der großen Herausforderungen der Zukunft sieht Almberger unter anderem die Kinderbetreuung. Mittlerweile gibt es in St. Johann 100 Anmeldungen für die Ganztagesbetreuung. „Das wird uns in Zukunft relativ viel Geld kostet und wir sind gefordert, das Bestmögliche für unsere Kinder zu tun.“ Die größten Probleme im Bereich der Seniorenbetreuung und im Bereich der Pflege ortet Almberger bei einem „unheimlichen Personalnotstand“. Die Pflegeschule in St. Johann sieht er dabei als positive Entwicklung und dankt seinem Vorgänger Stefan Seiwald, der auch in diesem Bereich sehr dahinter gewesen sei, dass die Pflegeschule in St. Johann zur Umsetzung komme.

Sehr am Herzen liegt dem Bürgermeister die Wirtschaft und auch den Tourismus möchte er weiterhin stark forcieren: „Da muss man sich bewusst machen, wohin man genau will. Ich bevorzuge die Qualität und nicht die Quantität.“ Sehr nachhaltig positiv ausgewirkt habe sich hier auch der Masterplan.

„Alle Bereiche, die ich aufgezählt habe, können wir uns aber nur leisten, wenn es uns gut geht in der Gemeinde. Darum ist die Wirtschaft auch ganz wichtig. Eines habe ich auch gelernt: nicht mehr ausgeben, als man einnimmt. Ich glaube, das ist ganz etwas Entscheidendes“, pocht Almberger auch weiterhin auf Budgetdisziplin. Sehr viel erhofft sich der Gemeindechef von „St. Johann 2030/50“, der quasi als Leitfaden für alle Bereiche diene, wohin man in St. Johann wolle.

Almberger glaubt, dass die Gemeinderäte auch künftig wieder alle an einem Strang ziehen werden: „Ich wünsche mir, dass wir alle gut miteinander auskommen.“