Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 27.06.2019


Bezirk Landeck

Golf: Auf den Rückschlag folgt der Abschlag in Fiss

Nach dem Wirbel um fehlende Genehmigungen im vergangenen Jahr wurde das Golfübungsgelände in Fiss nun genehmigt.

Nach der behördlichen Sperre im vergangenen Jahr wurde die Driving Range in Fiss nun genehmigt.

© ReichleNach der behördlichen Sperre im vergangenen Jahr wurde die Driving Range in Fiss nun genehmigt.



Von Matthias Reichle

Fiss – Die dunklen Wolken haben sich verzogen, inzwischen kann auf der – laut Eigenbeschreibung – „sonnigsten Driving Range Tirols“ wieder Golf gespielt werden. Und zwar mit der Genehmigung der Behörden.

Die Umweltabteilung der Bezirkshauptmannschaft Landeck hat der Sportanlage unterhalb der Fisser Straße, gleich hinter dem Ortseingang, inzwischen grünes Licht gegeben – der Bescheid ist bereits rechtskräftig, wie Abteilungsvorstand Manuel Wolf bestätigt.

Die rund einen Hektar große Übungsanlage mit Puttinggreens, Sandbunker und Driving Range, einer Anlage zum Üben langer Schläge, hatte für einigen Wirbel gesorgt. Sie war seit 2015 in Betrieb. Im vergangenen Jahr wurde sie dann behördlich gesperrt, nachdem von der BH Landeck festgestellt worden war, dass ihr die naturschutzrechtliche Genehmigung fehlte. Sie ordnete den Rückbau an. Der Fall ging bis zum Landesverwaltungsgericht, der eine Beschwerde des Betreibers, des Golfclubs Serfaus-Fiss-Ladis, allerdings zurückwies.

Das Puttinggreen muss nun doch nicht zurückgebaut werden.
Das Puttinggreen muss nun doch nicht zurückgebaut werden.
- Reichle

Inzwischen wurde die Anlage neu angesucht – die TT hatte berichtet –, sämtliche Widmungen und Genehmigungsverfahren positiv erledigt. Der Präsident des Golfclubs, Ludwig Ruetz, freut sich entsprechend. „Es wird gut angenommen. Golf ist absolut nachgefragt“, erklärt er. „Es gab den ursprünglichen Bescheid, die Behörde sah das anders, andere sehen das wieder anders. Als Normal­sterblicher steht man mit dem Rücken zur Wand“, sucht er nach einer Erklärung für die Vorgangsweise.

Gemeinde und Golfclub hatten die Rechtsmeinung vertreten, es handle sich beim Übungsgelände um einen Spielplatz für Erwachsene, der nur eine Genehmigung nach Veranstaltungsgesetz durch den Bürgermeister benötigt. Sowohl Bezirkshauptmannschaft als auch Landesverwaltungsgericht hatten dem widersprochen. Zum Rückbau kam es dann allerdings doch nicht.

Der Genehmigung selbst stand laut Behördenleiter Wolf nichts im Wege, nachdem auch die Widmung rechtskräftig war. Es handle sich um eine normale Wiese – „sie hätten nur gleich einreichen müssen“, kommentiert er die Vorgänge, die zur Sperre geführt hatten. Es habe ein Strafverfahren gegeben, das mit einer „angemessenen Strafe“ abgeschlossen worden sei. Der angeordnete Rückbau wird nun obsolet.

Laut Bürgermeister Markus Pale ist die Driving Range ein minimaler Eingriff, es habe keine größeren Erdbewegungen gegeben. „Eine ähnliche Anlage hat es in Fiss schon lange gegeben, da hat sie niemand gestört.“ Erst nachdem man sie verlegt hatte, sei es zu Problemen gekommen. „Jetzt ist es genehmigt. Wir machen kein großes Trara.“