Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 27.06.2019


Österreich

Tirol fordert schärfere Regeln für Pyrotechnik

LHStv. Felipe bringt bei der heute startenden Umweltreferentenkonferenz Antrag ein.



Innsbruck, Graz – Acht der zwölf Feinstaubmessstellen im Land haben am heurigen Neujahrstag den Tagesmittelwert nach Immissionsschutzgesetz-Luft (IG-Luft) teils eklatant überschritten. Für die Experten sind derartige Ausreißer an diesem speziellen Tag hauptsächlich auf eines zurückzuführen – die Silvesterknallerei. Die durch das Abbrennen pyrotechnischer Gegenstände wie Böller oder Raketen freigesetzten Feinstaubpartikel halten sich teils noch tagelang in der Luft. Darüber hinaus trüben Lärm, Müll, Brände und schwere Verletzungen durch unsachgemäßen Gebrauch alljährlich die explosiven Silvesterfeiern.

Allein schon durch die jetzt veröffentlichten Luftmesswerte für den 1. Jänner 2019 zeigt sich für LHStv. und Umweltreferentin Ingrid Felipe (Grüne), dass das Pyrotechnikgesetz verschärft gehört: „Es besteht klarer Handlungsbedarf.“ Aus diesem Grund bringt Felipe in der heute und morgen stattfindenden Umweltreferentenkonferenz in Graz den Antrag ein, dass bereits Feuerwerkskörper der Kategorie F2 (Bsp.: Schweizer Kracher, Raketen, Sonnenräder, Batterien) nur mehr nach Vorlage einer entsprechenden Bewilligung besessen und verwendet werden dürfen. „Die 2017 beschlossene Bewusstseinskampagne hat offensichtlich nur sehr bedingt Wirkung gezeigt“, begründet Felipe den Vorstoß, der von Vorarlberg und Salzburg unterstützt wird. Ein gänzliches Verbot (Besitz und Verkauf) wäre verfassungsrechtlich bedenklich, heißt es. Die F2-Kategorie ist grundsätzlich im Ortsgebiet verboten. (mami)