Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 29.06.2019


Landespolitik

Kritik an möglichem Anstieg bei Ortstaxen

Die Tiroler NEOS wollen bei der Ortstaxe eine einheitliche Obergrenze von 2,50 Euro und starten eine Petition dafür.

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Von Harald Angerer

Kitzbühel – Die Ortstaxe sorgt immer wieder für Diskussionen im Tourismus. Das Vorhaben des Landes, die bisherige Deckelung von drei auf fünf Euro anzuheben, sorgt nun für Widerstand. Die NEOS wollen das verhindern. Bei der Ortstaxe handelt es sich um eine Abgabe, die pro Gast und Nacht an den jeweiligen Tourismusverband abgegeben werden muss. Wie hoch diese Abgabe ist, können bisher die Verbände selbst bestimmen. Jedoch mit dem 3-Euro-Deckel. Dieser könnte jetzt aber erhöht werden.

Sehr zum Missfallen der NEOS. „Wir wollen diese Gesetzesänderung verhindern“, sagte NEOS-Klubobmann Dominik Oberhofer gestern bei einer Pressekonferenz in Kitzbühel. Er will die Ortstaxe tirolweit vereinheitlichen. Für 4- und 5-Sterne-Betriebe mit 2,50 Euro und für Betriebe von 0 bis 3 Sternen mit einem Euro. Es habe sich in Tirol eingeschlichen und werde immer häufiger, dass die Gästekarten nun nicht mehr extra verkauft werden, sondern inklusive sind. „Die Gästekarte sollte ein Zusatzangebot sein“, fordert Oberhofer. Es solle jeder Betrieb und auch Gast selbst entscheiden können, ob er dieses Angebot annimmt. Dass eine Erhöhung der Ortstaxe durch das Land nur auf Anfrage des jeweiligen Tourismusverbandes nach Abstimmung in der Vollversammlung erfolgt, lässt Oberhofer nicht gelten. Denn das stehe so nicht im Gesetz, dort stehe lediglich, dass das Land die Abgabe verordnet. Um dem NEOS-Widerstand mehr Gewicht zu verleihen, wurde gestern auch eine Online-Petition dazu gestartet.

Im Bezirk Kitzbühel liegen die Ortstaxen zwischen 1,25 Euro (Hopfgarten) und 2,80 Euro im Pillerseetal. Armin Kuen, GF Pillerseetal, hat zu der Idee der NEOS eine klare Meinung: „Einen Einheitsbrei halte ich für Schwachsinn.“ Man könne die Regionen mit ihren unterschiedlichen Angeboten nicht vergleichen. Es sei entscheidend, was der Gast für die Abgabe bekommt, ist Kuen überzeugt.

„Wir müssen immer mehr Infrastruktur schaffen, das muss finanziert werden“, erklärt Kuen weiter. Mit 1,80 Euro setzt der Kitzbüheler Tourismusverband unter den großen Namen besonders niedrig an. „Wir müssen mit dem auskommen, was wir haben“, sagt dazu TVB-Präsidentin Signe Reisch. Auch sie kann einer einheitlichen Lösung nichts abgewinnen. „Die Ortstaxe legen die Tourismusverbände in den Gremien fest, die Mitglieder sind also miteingebunden. Warum sollen wir uns hier von der Politik sagen lassen, wie hoch die Ortstaxe zu setzen ist“, sagt Reisch weiter.




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